Wenn das mit dem Lärm so weitergehe, werde sie wegziehen, so Spörri weiter. «Obwohl uns die Gemeinde so sehr am Herzen liegt.»

Seit Oktober 2010 ist die Anlage tagsüber in Betrieb. Alle eineinhalb Minuten stösst sie einen Pfeifton aus, der zehn Sekunden anhält. Sibylle Spörri hört das Geräusch im Garten und bei offenem Fenster im Wohnzimmer. Da ihr Haus hinter einem Hügel steht, ist dort der Ton um einiges leiser als direkt neben den Gemüsetunnels. «Aber wenn man das Geräusch mal im Ohr hat, bringt man es nicht mehr weg – es ist zermürbend», sagt Spörri.

An der Gemeindeversammlung Ende Juni sprach sie das Thema an. «Andere Anwohner stimmten zu und fanden das Geräusch ebenfalls zu laut», sagt Spörri.

Klage gegen Lärm eingereicht

Im Juli reichte sie eine Immissionsklage bei der Gemeinde ein, mit dem Antrag, die Anlage zur Vogelabwehr müsse entfernt werden. Die Gemeinde lehnte den Antrag ab und veranlasste stattdessen ein Gespräch zwischen Sibylle Spörri und Samuel Bollinger. Beim Gespräch kamen die beiden zu keinem Kompromiss. Sibylle Spörri: «Ich schlug vor, die Anlage nur begrenzt einzusetzen oder sie leicht zu verschieben – leider ohne Erfolg.» Als nächsten Schritt ordnete die Gemeinde Lärmmessungen vom Kanton an. Die Resultate dieser Messungen stehen noch aus.

Samuel Bollinger hat das Geräusch mit einem eigenen Gerät gemessen. «Die Flugzeuge, die bei uns vorbeifliegen, verursachen 54 Dezibel Lärm – meine Anlage am Rand der Bauzone aber nur 40 Dezibel», sagt Bollinger.

60000 Franken für neue Folien

Im Frühling liess Samuel Bolliger seine Gewächstunnel frisch mit Folien überziehen. Das kostete 60000 Franken. «Wenn ich die Krähen nicht vertreibe, kosten mich die Folien nächsten Frühling wieder so viel», sagt Bollinger. Deshalb habe er sich für rund 1000 Franken die Anlage zur Vogelabwehr gekauft.

«Die Anlage ist absolut notwendig», so Bollinger. Da unter der Folie des Gewächshauses Mücken auf und ab tanzen, setzen sich die Krähen auf die Folie, picken Löcher hinein und schnappen die Mücken.

Das Problem kennt auch Ernst Kirchhofer, Spezialist für Gewächshaustechnik in Langenthal. Eine Anlage zur akustischen Vogelabwehr hat er aber nicht im Sortiment. «Ich kann mir vorstellen, dass der Ton für jedes Tier belastend ist – ob Vogel, Hund oder Katze», sagt Kirchhofer. Die besten Erfahrungen habe er mit Aluminiumbändern gemacht, die auf dem Gewächshaus angebracht würden. Diese würden niemanden stören – ausser die Vögel.