Würenlos
Dieser Rugbyspieler ist auf dem Sprung zum Profisportler

Jeremy Toa aus Hausen durchlief sämtliche Jugendabteilungen des Rugby Clubs Würenlos. Heute ist der 20-Jährige auf dem Sprung zum Profi-Rugbyspieler: Im Sommer 2016 unterschrieb er beim französischen Top-Club US Oyonnax.

Joel Kälin
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Jeremy Toa aus Hausen durchlief sämtliche Jugendabteilungen des Rugby Clubs Würenlos.

Jeremy Toa aus Hausen durchlief sämtliche Jugendabteilungen des Rugby Clubs Würenlos.

ZVG

Herr Toa, die Schweizer stehen vor allem auf Fussball oder Eishockey. Rugby hingegen ist eine Randsportart und gilt als exotisch. Wie sind Sie in der Rugbyszene gelandet?

Jeremy Toa: Durch meinen Vater Latai. In seinem Heimatland Samoa, einem Inselstaat in der Südsee, ist Rugby enorm populär. Schon die Kleinen werfen sich beim Spielen Kokosnüsse statt Rugbybälle zu. Mein Vater zeigte mir von klein auf Videos mit Aufzeichnungen legendärer Partien. Ich fand das jeweils total cool.

Sie spielen als einziger Deutschschweizer in der Nationalmannschaft. Inwiefern hat Sie die Zeit beim Rugby Club Würenlos, auch unter Trainer Urs Hoessly, geprägt?

Stark! Sowohl in sportlicher wie auch in menschlicher Hinsicht. Rugby war für mich eine Lebensschule. Denn Rugby bedeutet nicht nur Kampf, es dreht sich auch viel um Disziplin und gegenseitigen Respekt. Diese Werte wurden mir in den zwölf Jahren, in denen ich für den RC Würenlos auflief, beigebracht. Auch Urs hat mich sehr geprägt.

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Nun haben Sie Ihr Hobby zum Beruf gemacht. Das muss immer Ihr Traum gewesen sein.

Das ist so. Ich denke, jeder Sportler hat einmal diesen Traum. Rugby war für mich immer schon mehr als nur ein Hobby. Während eines Spiels fühle ich mich lebendig und kann dem Alltag entfliehen. Ich drücke mich durch den Sport aus, ähnlich, wie sich Künstler durch ihre Bilder und Sänger durch ihre Songs ausdrücken.

Seit rund einem halben Jahr wohnen Sie alleine in Oyonnax. Haben Sie sich gut eingelebt?

Ja, ich wurde hier sehr herzlich empfangen und fand schnell den Kontakt zu meinen Mitspielern. Nur mit der Sprache hatte ich zu Beginn Mühe, doch das klappt jetzt schon besser. (lacht).

Zurzeit spielen Sie für die U22. Was sind Ihre nächsten Ziele?

Mit der U22-Mannschaft spielen wir in der ersten Stärkeklasse gegen die besten Nachwuchsteams Frankreichs. Zurzeit liegen wir auf dem dritten Platz. Unser Ziel ist es, den Titel zu gewinnen. Auch mit der Nationalmannschaft wollen wir natürlich siegen. Dafür trainiere ich täglich sehr hart. In den Trainings bin ich meistens der Erste und gehe als Letzter wieder nach Hause. Ich muss auch sehr auf eine gesunde Ernährung achten. Einmal pro Woche liegt – zum Glück – auch mal Fastfood drin.

In Frankreich verfolgen tausende Zuschauer jeweils die Rugby-Spiele live im Stadion. Die Partien werden regelmässig im Fernsehen übertragen. Wie erleben Sie jeweils die Stimmung bei Spielen von US Oyonnax?

Unser Stadion fasst rund 11 500 Zuschauer. Wenn die erste Mannschaft spielt, ist das Stadion meistens ausverkauft. Unsere Partien verfolgen zwar jeweils nur rund 300 Zuschauer, trotzdem ist die Stimmung immer grossartig.

Rugby ist ein hart umkämpfter Kontaktsport. Haben Sie nie Angst, sich zu verletzen?

Nein, nie. Auf dem Feld bleibt sowieso keine Zeit, sich solche Gedanken zu machen. Angst verspüre ich nicht, ich habe mir auch noch nie etwas gebrochen. Vielmehr geniesse ich es einfach, auf dem Platz zu stehen.

Und vor den Spielen – sind Sie manchmal nervös?

Nervös? Nö! Aber vollgepumpt mit Adrenalin und Vorfreude – und mit hundertprozentigem Fokus aufs Spiel.

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