«Dieser Vertrauensbeweis der Würenlinger fühlt sich sehr gut an»

Patrick Zimmermann (FDP) wird nach turbulenten Wochen mit einem Glanzresultat zum neuen Ammann gewählt.

Daniel Weissenbrunner
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Das Strahlen des Siegers: Patrick Zimmermann liess Parteikollege Thomas Friedli klar hinter sich.

Das Strahlen des Siegers: Patrick Zimmermann liess Parteikollege Thomas Friedli klar hinter sich.

Bild: sga

Es sind schwierige Monate, die hinter der Gemeinde Würenlingen liegen. Der sofortige Rücktritt des langjährigen Ammanns André Zoppi (FDP) im Spätsommer hatte den Ort mit seinen knapp 5000 Einwohnern politisch kräftig durchgeschüttelt. Der Gemeinderat war unter Beschuss geraten. Von unüberbrückbaren Differenzen war die Rede. Patrick Zimmermann räumt ein, dass es für ihn und seine verbliebenen Ratskollegen nicht einfach war. «Wir sind ans Amtsgeheimnis gebunden und konnten nicht jede Kritik, die öffentlich die Runde machte, richtigstellen», sagt der frisch gewählte Ammann. Das Bild, das gezeichnet worden sei, hätte aber nicht der Realität entsprochen.

Das Leben nicht leichter machte Zimmermann auch die Nominierung von Thomas Friedli. Der FDP-Ortspräsident kandidierte nicht nur für den Gemeinderat, sondern stellte sich auch für das Amt des Ammanns auf, was sowohl FDP-intern wie ausserhalb für Verwunderung sorgte. Nach der gestrigen Abstimmung ist klar: Der 47-jährige Zimmermann geht als grosser Sieger des Führungsanspruchs innerhalb der FDP hervor. Das Würenlinger Stimmvolk schenkte ihm mit überwältigender Mehrheit das Vertrauen. Der Maschinen- und Wirtschaftsingenieur, der seit 2013 im Gemeinderat sitzt, erhielt von den knapp 1500 abgegebenen Stimmrechtsausweisen 920 Stimmen. «Dieser Beweis der Würenlinger fühlt sich sehr gut an», sagt Zimmermann. Auf seinen Konkurrenten Thomas Friedli entfielen nur 204 Stimmen.

Zweiter Wahlgang für Gemeinderatssitz

Patrick Zimmermann betont, dass es jetzt darum gehe, nach vorne zu schauen. Auf ihn und seine Behördenkollegen würden nun Herausforderungen warten. Nachdem in Würenlingen in den vergangenen Jahren viel in die Infrastruktur investiert worden ist, will man mit einer neuen Führungsstruktur und einem Leitbild den Weg vorgeben «und der Bevölkerung den nötigen Halt geben.»

Gestern war für Patrick Zimmermann zunächst aber eine coronakonforme Feier angesagt. Zusammen mit dem Gemeinderat traf man sich im Gemeindehaus zum Apéro. Anwesend waren auch die Kandidaten für den frei gewordenen Gemeinderatssitz. Von ihnen erreichte keiner das absolute Mehr von 683 Stimmen. Das beste Ergebnis erzielte Raphael Spuler (SVP, 390 Stimmen) vor Andreas Knecht (parteilos, 360), Hansulrich Brauchli (CVP, 357) und Thomas Friedli (FDP, 219). Der zweite Wahlgang findet am 24. Januar statt. Ob Friedli dann auch nochmals antritt, war gestern nicht in Erfahrung zu bringen.

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