Das Rennen um den Gemeindeammann von Obersiggenthal hat einen deutlichen Ausgang genommen: Dieter Martin holte im zweiten Wahlgang 1545 Stimmen und distanzierte seine Herausforderin Marie Louise Nussbaumer somit klar. Die SP-Gemeinderätin kam auf 951 Stimmen. Martin: «Von diesem deutlichen Resultat bin ich positiv überrascht.» Er habe wahrscheinlich das beste Paket mitgebracht. «Ausschlaggebend dürfte vor allem meine Führungserfahrung gewesen sein.»

Wird jetzt alles anders mit ihm als Gemeindemann? «Bei meinem Amtsantritt Anfang nächstes Jahr werde ich mir als Erstes einen Überblick über die Verwaltung verschaffen und erst dann über allfällige Massnahmen entscheiden», so der 53-Jährige. Dass er keine politische Exekutiv-Erfahrung mitbringe, erachte er nicht als Nachteil. «Als Einwohnerrat habe ich viel mitbekommen und viele Projekte hautnah begleiten können.» Mindestens zwei Legislaturen möchte Martin die Gemeinde führen. Ob er dabei FDP-Präsident bleiben werde, stehe noch offen. Eines sei aber klar: «Ich werde ein Ammann für alle Obersiggenthaler sein.»

Dieter Martin ist neuer Gemeindeammann von Obersiggenthal

Dieter Martin im Interview

Derweil nimmt die unterlegene Marie-Louise Nussbaumer das Resultat mit Fassung entgegen: «Es war zu erwarten, dass es für mich nicht reicht.» Folgende Gründe vermutet die Gemeinderätin für das deutliche Resultat. «Obersiggenthal wählt bürgerlich, als Frau hatte ich einen schweren Stand und wahrscheinlich hat Dieter Martin vom ‹Neuen-Bonus› profitiert.»

Hoffnungen in den Newcomer

Gemischt fallen die Reaktionen bei den Ortsparteien aus. SP-Präsident Ueli Zulauf: «Natürlich hatten wir ein besseres Resultat erhofft; im Idealfall die Wahl.» Es deute alles darauf hin, dass Martin Stimmen der Mitte, also vor allem von den CVP-Wählern abgeholt habe. «Ich gratuliere Martin zu seiner Wahl, auch wenn ich davon ausgehe, dass sich der Kurs unter ihm nach rechts drehen wird.»

CVP-Präsident Josef Sieber begrüsst die Wahl von Martin. «Er macht zwar eine bürgerliche Politik, vertritt aber keine extremen Positionen.» Dass die CVP mit dem Abgang von Max Läng den Ammann nicht mehr stelle, sei bedauerlich. «Aber wenigsten sind wir mit zwei Gemeinderäten vertreten» so Sieber. Genau deshalb glaubt SVP-Präsident Patrick Hehli nicht, dass der Kurs jetzt bürgerlicher wird. «Aber natürlich bin ich erfreut über den Wahlausgang.» Er erhoffe sich vom Newcomer neue Impulse und Ideen im Gemeinderat und nicht zuletzt einen neuen Führungsstil.