Kloster Fahr

Dietikon spendet nichts für die Sanierung des Klosters Fahr

Soll auf die Karte: Kloster Fahr.Iseli

Soll auf die Karte: Kloster Fahr.Iseli

Die Stadt Dietikon will das Kloster Fahr nicht mit einem Sanierungsbeitrag unterstützen. Einige Gemeinderäte wollen dafür ihr Sitzungsgeld spenden. Werner Hogg (FDP) ärgerte sich über die Tatsache, dass das Kloster Einsiedeln kein Geld sprechen will.

CVP-Gemeinderat Gabriele Olivieri legte sich an der Parlamentssitzung gestern Abend richtig ins Zeug, um seine Kollegen davon zu überzeugen, dass das Kloster Fahr für die Sanierung einen finanziellen Zustupf aus Dietikon verdient habe.

«Das Kloster Fahr ist der ganzen Bevölkerung des Limmattals ans Herz gewachsen», sagte Olivieri. Die Dietiker Bevölkerung sei aber auch einer der grössten Nutzniesser dieser «Oase der Ruhe». Bereits hätten verschiedene Kirchgemeinden und Limmattaler Gemeinden dem Kloster eine Beteiligung an den Sanierungskosten von rund 20 Millionen Franken zugesichert.

Die SVP sprach sich gegen die Überweisung des Postulats aus, obwohl Roger Bachmann betonte, man habe ein gewisses Verständnis für das Anliegen.

Persönliche Spende

Er schlug jedoch vor, dass die Gemeinderatsmitglieder wie auch die Stadträte sich persönlich mit einer Spende beteiligten, statt die «bereits strapazierte Gemeindekasse» zu bemühen.

Er hatte auch gleich eine Liste mitgebracht, in die sich eintragen konnte, wer persönlich etwas spenden wollte. Fast die ganze SVP sei bereit, auf ihr Sitzungsgeld für den Abend zu verzichten.

Werner Hogg (FDP) ärgerte sich über die Tatsache, dass das Kloster Einsiedeln, zu dem das Fahr gehört, kein Geld sprechen will. Er rechnete vor, wie viel Land das Kloster im Vergleich zur Stadt Dietikon besitze und meinte: «Ein Krösus saniert seinen Sitz und der arme Schlucker soll dafür bezahlen.»

Stadtrat will Prioritäten setzen

Lucas Neff (Grüne) hingegen nannte die Diskussion «kleinlich». Schliesslich werde ja im Postulat nicht einmal ein bestimmter Betrag gefordert, sondern nur «ein angemessener Beitrag». Dass die Stadt nicht bereit sei, diesem wichtigen Kulturgut etwas Wertschätzung entgegenzubringen, das verstehe er nicht.

Dass das Kloster Fahr eine Oase und ein Kulturgut sei, streite der Stadtrat nicht ab, sagte Stadtpräsident Otto Müller (FDP). Jedoch wolle er das Postulat nicht annehmen, weil die Finanzlage der Stadt es nötig mache, Prioritäten zu setzen.

Das sah ein Grossteil des Parlaments ebenso: Die Überweisung des Postulats wurde mit 21 zu 12 Stimmen verhindert.(bhi)

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