Marcel Frey, Geschäftsführer der Karate- und Yogaschule «DO bewegt» in Rieden, ist überzeugt: «Heute fehlt oft die Erfahrung und damit das Wissen, was man etwa mit einem Faustschlag dem anderen Lebensbedrohliches antun kann. Früher gab es eine Streitkultur und man hat sich auch mal geprügelt.» So weit soll es aber natürlich nicht mehr kommen. Mit dem Projekt zur Gewaltprävention an Schulen soll den Kindern aufgezeigt werden, wie man die Aggression abfangen kann, bevor man die Kontrolle verliert. Ein illusorisches Ziel? «Ganz und gar nicht», betont Frey. «In unserem Konzept verknüpfen wir Lernen und Bewegung und ermöglichen so neue Perspektiven für eine Gewaltprävention», sagt er. Auf diese Weise könnten auch komplexe Themen angegangen werden. Etwa der Respekt. Über einen spielerischen Ansatz wird erst einmal die Aufnahmebereitschaft der Kinder gefördert. Dann wird das Problem auf den Tisch gelegt. Mit Bewegung und Rollenspielen werden unterschiedliche Szenen festgehalten, damit die Kinder spüren lernen, wie es sich zum Beispiel anfühlt, ausgeschlossen zu werden. Diese Situationen kann der Schüler immer wieder abrufen. Solche Klassenprojekte werden in mehreren Modulen durchgeführt, um deren Nachhaltigkeit zu sichern. Der Gruppenprozess findet dann ausserhalb der Schulstunde statt. Dieses Projekt ist schon an diversen Schulen zum Zug gekommen. «Sowohl Schulleitungen als auch Eltern und Schüler zeigten sich über den Erfolg erfreut.» Allerdings sei es bei dem einen oder anderen Elternteil nicht immer ganz einfach, ihn zum spielerischen Mitmachen zu motivieren. Doch gerade über den spielerischen Aspekt könnten Eltern einen Transfer zum Kind erreichen. Ganz nach dem Motto: Stärke anstelle Macht in der Familie.

Nicht nur für Schulen hat das Team von «DO bewegt», das 24 Mitarbeitende umfasst, Konzepte erarbeitet, sondern auch für Unternehmen. Zudem werden auch Yoga- und Karatestunden in den Räumlichkeiten im ehemaligen Oederlin-Areal angeboten.

Das erklärte Ziel von «DO bewegt» ist denn auch seit der Gründung vor zehn Jahren, über die Bewegung mit Elementen aus dem Yoga und Karate Erkenntnisse, Glück und Lebensfreude für jedermann zu vermitteln. Sowohl beim Yoga als auch beim Karate kommen geistige und körperliche Übungen zum Zug. Durch diese Übungen wird eine Vereinigung von Körper, Geist und Seele geschaffen. «Wir wollen nicht nur die Freude an der Bewegung fördern, sondern auch etwas im positiven Sinn verändern», sagt Frey. Die Kompetenz jedes Einzelnen soll gesteigert werden, damit er sich den Herausforderungen des Alltags positiv stellen kann — auch im Schulunterricht.