Politik 2.0

Donat Kaufmann sammelt wieder – nun will er Volksinitiativen zum Durchbruch verhelfen

Donat Kaufmann hat die Webplattform WeCollect ins Leben gerufen.

Donat Kaufmann hat die Webplattform WeCollect ins Leben gerufen.

Der Badener Student, der vor den letzten Parlamentswahlen auf der Titelseite von «20 Minuten» auf undurchsichtige Politfinanzierung aufmerksam machte, hat ein neues Projekt. Auf der Online-Plattform WeCollect hilft er nun Unterschriften für Initiativen zu sammeln - und kommt dabei auf sein altes Anliegen zurück.

Am Jungen mit der roten Mütze kam im vergangenen Herbst niemand vorbei. Mit seinem Aufruf, Geld für ein Inserat auf der Titelseite von "20 Minuten" zu spenden, wurde der Badener Student Donat Kaufmann zur Ikone einer Generation, die genug davon hat, dass gewählt wird, wer am meisten Geld für den Wahlkampf aufbringt.

Die Resonanz war beachtlich. Über 140'000 Franken und 12'000 Unterschriften kamen zusammen, das Inserat mit der Botschaft "Mir langets!" zierte am 14. Oktober 2015 die Titelseite der meistgelesenen Pendlerzeitung des Landes. Viel genützt hat das zwar nicht: Den Rechtsrutsch konnte er mit der Aktion nicht aufhalten. 

Mir langets: Das Video des Badeners Donat Kaufmann

«Mir langets»: das Video zum Spendenaufruf des Badeners Donat Kaufmann

Nun meldet sich Donat Kaufmann mit einer neuen Politoffensive zurück. Zusammen mit dem Kampagnenspezialisten Daniel Graf hat er die Online-Plattform WeCollect gegründet, auf der Unterschriften für Referenden und Initiativen gesammelt werden können.

Kaufmanns Ziel ist, mit der Plattform junge Stimmbürgerinnen und Stimmbürger für die Politik zu begeistern. «Heute findet für die Jungen vieles online statt, aber Politik ist häufig immer noch offline. Wir wollen das verknüpfen», sagte Kaufmann gegenüber "20 Minuten"

Zum Durchbruch verhelfen will WeCollect nur Initiativen und Referenden, die einer "Politik der Umsicht" entsprechen. Eine solche Politik verschreibe sich Werten wie "Gleichheit", "Gerechtigkeit", "Menschlichkeit" oder "Vernunft", wie der Website zu entnehmen ist.

Seit Dienstag werden auf WeCollect nun auch Unterschriften für die Initiative "Für mehr Transparenz in der Politikfinanzierung" gesammelt. Sie verlangt die Publikation von Parteirechnungen, ein Verbot anonymer Spenden und eine Offenlegung aller Spenden an Parteien und Komitees, die pro Person und Jahr mehr als 10‘000 Franken betragen.

Dass genau diese Initiative die Aufnahmekriterien von WeCollect erfüllt, erstaunt nicht. Eine transparentere Politikfinanzierung war auch das Kernanliegen von Kaufmanns Aktion vom letzten Herbst. "Aufmerksamkeit kann man kaufen. Unsere Stimmen nicht", lautete der Text, der auf der "20 Minuten"-Titelseite über die kleingedruckten Unterschriften gelegt wurde.

Bereits über 6000 Online-Unterschriften sind für die Transparenz-Initiative zusammengekommen. Für das zweite Sammelprojekt auf WeCollect, die Volksinitiative "Mehr bezahlbare Wohnungen", gaben gar schon fast 20'000 ihre digitale Stimme ab.

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