Untersiggenthal
Dorfstrasse in Untersiggenthal: Nachdem die Raiffeisen ausgezogen ist, zieht die Kita ein

Der Verein ABB Kinderkrippen eröffnet eine neue Kindertagesstätte mit 36 Tagesplätzen für Kinder ab 16 Wochen bis zum fünften Lebensjahr. Starttermin für die Kita «Uhu» ist April 2014.

Sabina Galbiati
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Hier bringen ab April 2014 die Eltern nicht mehr ihr Geld zur Bank, sondern ihre Kinder in die Krippe «Uhu».Stefanie Suter/Archiv

Hier bringen ab April 2014 die Eltern nicht mehr ihr Geld zur Bank, sondern ihre Kinder in die Krippe «Uhu».Stefanie Suter/Archiv

Sobald die Raiffeisenbank an der Dorfstrasse 23 ausgezogen ist, lässt der Verein ABB Kinderkrippen die unteren beiden Stockwerke zur Kindertagesstätte umbauen. Der Renovationsstart ist für diesen Monat geplant. Dann wird unter anderem der Tresor in eine Toilette umgebaut.

Im April 2014 können die ersten Kinder in der neuen Krippe namens Uhu spielen, zu Mittag essen und ein Schläfchen halten. 36 Tagesplätze werden Kindern ab 16 Wochen bis zum fünften Lebensjahr zur Verfügung stehen.

Damit bietet der Verein insgesamt fast 500 Tagesplätze für über 1000 Kinder an – die allermeisten in der Region Baden.

«Wenn ich unsere Wartelisten betrachte, dann braucht es noch rund 50 Tagesplätze, wir sind also nah am Ziel – vorerst», sagt Jeannette Good, Geschäftsleiterin des Vereins.

Firmen aus der ganzen Region

Wo ABB draufsteht, muss nicht zwingend ABB drin sein. Dem Verein gehören inzwischen 38 Firmen an, darunter auch die Brother AG in Dättwil, die Avadis Vorsorge AG in Baden oder die Ampegon AG in Turgi.

Diese Firmen bezahlen pro Krippenplatz, den die Kinder ihrer Mitarbeiter belegen, 6750 Franken im Jahr.

«Damit wir die Kosten decken, brauchen wir pro Platz 110 Franken am Tag», sagt Good. Je nach Lohn bezahlt der Mitarbeiter pro Tag noch 30 bis 88 Franken. Teurer wird es für Eltern, die in keiner Vereinsfirma arbeiten. «Wir nehmen grundsätzlich alle Kinder», sagt Gloor. Doch deren Eltern müssen den vollen Preis bezahlen.

Firmen polieren ihr Image

Die ABB als Hauptmitglied zahlt insgesamt 1,5 Millionen Franken pro Jahr für Krippenplätze. Dafür gibt es gute Gründe: «Muss ein Betrieb einen neuen Mitarbeiter rekrutieren und einarbeiten, kann das teurer sein, als wenn er einem Vater oder einer Mutter einen finanziellen Zustupf an einen Krippenplatz bezahlt», sagt Good.

«Wenn jemand wegen eines Kindes kündigt, ist das ein grosser Know-how-Verlust.» Noch wichtiger sei das Image der Firmen bei ihren Mitarbeitern.

«Firmen, die sich auch um die Kinder ihrer Angestellten kümmern, haben deutlich bessere Karten in der Hand, wenn sie künftige Arbeitnehmer anwerben», sagt Good.

Als die Italiener kamen

Das hat die ABB schon in den 1960er Jahren entdeckt. 1966 eröffnete die ABB ihre erste Krippe. Damals holte die Firma Arbeiter aus Italien.

Die Einwanderer-Familien konnten aber keine Nonnas und Nonnos mit in die Schweiz nehmen, die sich um die Kleinen kümmerten. Kurzum gründeten die Brüder Brown und Boveri das «Sunnehüsli», das 1978 in das Bauernhaus am Martinsberg zog und dort als «Chinderhuus» weiter geführt wurde.

Bald begannen sich andere Mitarbeiter ebenfalls für den Kinderhüte-Dienst zu interessieren und das Angebot an Kitas wurde stetig ausgebaut.

1996 gründete man dann den rechtlich eigenständigen Verein ABB Kinderkrippen. Mit der Kinderkrippe Uhu eröffnet der Verein schon bald seine 17. Kindertagesstätte.

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