Baden
Drahtesel, Hochrad oder Bike: Historisches Museum zeigt das Velo im Wandel

Das Historische Museum Baden hat seine neue Ausstellung «Velo – Kulturobjekt auf zwei Rädern» eröffnet. 12 Fahrräder zeigen die technische und kulturelle Entwicklung des Geräts. Und: Historische Videoclips versetzen in die 40er-Jahre der Stadt Baden.

Erna Lang-Jonsdottir
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Ausstellung «Velo – Kulturobjekt auf zwei Rädern»
6 Bilder
Tandem an der Ausstellung Velo - Kultutobjekt auf zwei Rädern
Radball Rad, DDR
Die Besucher bestaunen die Velos
Am Planungstich können sich die Besucher ein Bild machen über die Badener Verkehrsplanung
Hochrad von Sydney Wlliam Brown

Ausstellung «Velo – Kulturobjekt auf zwei Rädern»

Erna Lang-Jonsdottir

Das Velo – ein Transportmittel, ein Sportgerät oder ein «Kultobjekt auf zwei Rädern», wie es das Historische Museum Baden in seiner neuen Ausstellung bezeichnet. Vom Hochrad zum Postvelo bis hin zum Mountainbike – ab heute werden im «Melonenschnitz», wie das Historische Museum auch genannt wird, anhand verschiedenster Fahrräder die Nutzungsgeschichte vom Arbeitsvelo bis zum Trendvelo aus Holz präsentiert.

Badener Fotos aus den 50er Jahren

Die Fahrräder in der für die Ausstellung angefertigten Steilwandkurve zeigen die technische und kulturgeschichtliche Entwicklung des Geräts. Dabei liegt der Fokus auch auf den Beziehungsgeschichten zwischen dem Kultobjekt und dessen Besitzer. So zum Beispiel Sidney Browns Hochrads aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. «Damals gab es noch keine Velos. Das Hochrad war ein Prestigeobjekt und ein guter Ersatz für ein Pferd», erklärt Fabian Furter, Kurator Büro im Raum, Baden, an der Vernissage. Genauso wie beim Pferd habe das Fussvolk zu einem hochgeschaut, fügt er hinzu.

Mit Erlebnisberichten, historischen Videoclips und Fotografien des Badener Fotografen Werner Nefflen wird die Gesichte des Fahrrads noch anschaulicher gemacht. «Nefflen war langjähriger Stadt- und Regionenfotograf. Er hatte eine Faszination für die BBC-Arbeiter, die jeden Tag von Wettingen mit den Velo nach Baden durch die Weite Gasse zur Arbeit fuhren», sagt Furter. In den 40er-Jahren seien täglich 16 000 Velos durch das Stadttor gefahren. «Baden war in diesen Zeiten eine Velo-Stadt.»

Verkehrsplanung in Baden

Auch die Musik kommt an der Ausstellung nicht zu kurz. Am Ende des Rundgangs steht ein Hometrainer, mit dem eine musikalische Zeitreise angetreten werden kann. Und: Beim Planungstisch können sich die Besucher ein Bild von der Badener Verkehrsplanung von gestern und heute machen. Dabei dürfen sie sich auch zur Verkehrsführung äussern, die in den 60er-Jahren immer mehr aufs Auto ausgerichtet wurde. Wie Beatrice Meyer von Baden mobil sagt, gibt es in Baden noch Potenzial: «Fünfundvierzig Prozent der Badener sind mit dem Auto unterwegs – nur sechs Prozent mit dem Velo.»