Nussbaumen
Drama in der Anwaltskanzlei: Ein übersetztes Theater

Die Theatergruppe präsentiert ihr neustes Stück.

Jacqueline Bysäth
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Drama in der Anwaltskanzlei: Auf der Bühne im Gemeindesaal wird gezofft und gezankt.

Drama in der Anwaltskanzlei: Auf der Bühne im Gemeindesaal wird gezofft und gezankt.

zvg

Das «Theater Nussbaumen» ist für ihr diesjähriges Programm unter die Dolmetscher gegangen: Die Theatergruppe, die für ihre aussergewöhnlichen Ideen bekannt ist, beschloss kurzerhand, die französische Komödie «Hier est un autre Jour» in eine schweizerdeutsche Fassung umzuwandeln. Am vergangenen Samstag lud die Gruppe nun zur Erstaufführung von «Geschter isch au no en Tag» im Gemeindesaal in Obersiggenthal.

Das Theaterstück handelt von Anwalt Pierre Mayer, der mit seiner kleinlichen Art und den damit verbundenen Ticks und Zwangsstörungen täglich die Geduld seiner Mitarbeitenden strapaziert. Nun steht der unbeliebte Anwalt vor dem Prozess seines Lebens: Wenn er ihn gewinnt, kommt er nämlich seinem Ziel, die Tochter-Kanzlei in London als Leiter übernehmen zu können, einen grossen Schritt näher. Deshalb will Pierre Mayer nun die letzten Vorbereitungen dafür konzentriert und ungestört in Angriff nehmen. Doch es scheint sich alles gegen den Anwalt verschworen zu haben: Sein Chef, der die Anwaltskanzlei führt, und dessen Schwiegersohn sabotieren ihn ständig, seine Ex-Freundin wird ihm als seine neue Sekretärin zugeteilt und dann droht ihm noch der Verlust einer lukrativen Kundin. Dass er sich mit einem höchst rätselhaften Besucher, der sich partout nicht abwimmeln lässt, auseinanderzusetzen hat, macht die Situation auch nicht einfacher. Als sich all diese Problemsituationen immer wieder zu wiederholen scheinen, wirft es den Anwalt schliesslich völlig aus dem Konzept.

«Geschter isch au no en Tag» ist eine Geschichte, die einige Parallelen zur amerikanischen Komödie «Und täglich grüsst das Murmeltier» aufweist. Der grosse Unterschied ist jedoch, dass das Murmeltier bei Pierre Mayer nicht täglich, sondern im Minutentakt grüsst.

Insgesamt vier Vorstellungen

Die Theatergruppe überzeugt mit viel Tempo, gezielt gesetzten Pointen, einem passenden Spannungsbogen sowie gut einem durchdachte Einsatz von Musik und Technik. Die Premiere am Samstag war die erste von vier Vorstellungen. Wer sich das Schauspiel nicht entgehen lassen will, hat morgen Mittwoch sowie kommenden Freitag und Samstag die Gelegenheit, für 22 Franken einen Platz im Saal zu ergattern. Türöffnung ist jeweils um 18.45 Uhr, die Vorstellung beginnt um 20 Uhr.