«Statisten, bitte - und Action!» In der Badener Altstadt ist am Mittwoch einiges los gewesen. Die Filmcrew der Spotlight Media Productions AG schwirrte in der Badstrasse, in der Kronengasse und in der Unteren Halde umher.

Kameramänner, Visagistinnen, Regisseurassistenten, Statisten und natürlich Schauspieler Beat Schlatter in der Hauptrolle haben Szenen des Schweizer Films «Flitzer» aufgenommen.

Dieser handelt vom fiktiven Badener Lehrer Balz Näf, der in Geldnot gerät und in seiner Verzweiflung ein Wettbüro für Flitzer bei Fussballspielen eröffnet. Er rekrutiert und schult die nackten Sprinter gleich selber und schickt sie bei Fussballspielen in allen Schweizer Ligen auf das Spielfeld.

Total umfasst der Film über 180 Szenen, die im September und Oktober aufgenommen werden. Der Produzent David Luisi sagte dazu: «Die Drehdauer von acht Wochen ist etwas länger als üblich. Wir filmen an 40 verschiedenen Orten, das erfordert einen grossen logistischen Aufwand.»Im Herbst 2017 soll dann die Premiere gefeiert werden. Vor zwei Wochen standen Beat Schlatter und sein Schauspielkollege und Facebookstar Bendrit Bajra bereits in Lenzburg vor der Kamera. Die Filmcrew machte nun in Baden, der Heimat des Hauptdarstellers, halt.

Sie sind extra fürs Selfie mit dem Facebook-Star gekommen: Bendrit wird in Lenzburg von Fans belagert.

Sie sind extra fürs Selfie mit dem Facebook-Star gekommen: Bendrit wird in Lenzburg von Fans belagert.

Der FC Baden steht im Cupfinal

Wieso gerade die Bäderstadt im Zentrum der Geschichte steht, liegt nicht nur an der geringen Distanz zum Firmensitz der Spotlight Media Productions AG in Zürich. Der Regisseur Peter Luisi stellte sich ein eher kleines Städtchen vor, wo man sich auf der Strasse noch kennt.

«Es sollte ein eigenes Fussballteam besitzen. Dieses erreicht im Film denn auch den Cupfinal. Der FC Baden ist im Schweizer Fussball bereits ein Begriff, das unterstützt unsere Geschichte durch reale Begebenheiten», sagte David Luisi, der Bruder des Regisseurs.

Er nannte auch die gute Zusammenarbeit mit dem FC Baden und der Stadt Baden im Vorfeld des Drehs als ausschlaggebend für diese Entscheidung. Das Filmteam nutzte also die gemäss David Luisi «charmante Szenerie von Baden» als Kulisse.

Im Juweliergeschäft Schlatter in der Badstrasse kaufte Schlatter (welch ein Zufall) einen Ring für seine Herzdame. Als diese Szene im Kasten war, baute das Filmteam alle Requisiten und Kameras ab und verstaute sie in ihre Fahrzeuge. Für die nächste Sequenz wurde das Filmset in der Kronengasse wieder aufgebaut.

Noch während sich die Filmcrew für die nächste Szene positionierte, öffnete ein Anwohner spontan seinen Keller für die Filmcrew, damit Beat Schlatter auch in Wirklichkeit aus dem Haus kommen konnte.«Es ist immer eine Überraschung, was uns an einem Drehort erwartet. Manchmal ergeben sich positive Zufälle. Doch manchmal muss man vor Ort auch umdisponieren», sagte David Luisi.

Genauso verhalte es sich mit dem Wetter, führte er weiter aus. «Diese Woche haben wir aufgrund des schlechten Wetterberichts bereits umdisponiert. Wir sind aber sehr froh, bei Sonnenschein gemäss dem originalen Zeitplan in Baden zu drehen.»

Als alle auf ihren Posten waren, gab der Regisseur das Startzeichen für die Szene namens «Balz läuft durch die Badener Altstadt»: Zwei junge Statistinnen spazieren die Strasse hinauf, Beat Schlatter verlässt seine Wohnung, schliesst die Türe und schlendert die Kronengasse hinunter.

«Irgendwann musste ich mich ja weiterentwickeln»

«Irgendwann musste ich mich ja weiterentwickeln»

Facebookstar Bendrit Bajra bei den Dreharbeiten in Lenzburg über seine Rolle im Film «Flitzer».

Lässig schwenkte Schlatter bei jedem Durchgang seine lederne Aktentasche, lächelte dabei und grüsste die Statisten, die als Passanten agierten – einen Text aufsagen musste er für diese Sequenz nicht. Das bedeute aber nicht, dass die Szene deswegen leichter zu spielen wäre, sagte Schlatter.

«Im Gegenteil. Die Gefahr, dass ich die Konzentration verliere, ist gross. Man lässt sich in den Wartezeiten eher auf ein Schwätzchen mit den Statisten ein und ist nicht fokussiert.»

Weiterer Dreh im Stadion Esp

Einer dieser Statisten war Hermann Zünd aus Nussbaumen. Er ist in Baden geboren und aufgewachsen. Lange stand er für den FC Baden aktiv im Einsatz, nun ist er Freimitglied. Als der Senior von dem Statistenaufruf hörte, meldete er sich sofort an.

«Hier in Baden in der Kronengasse ist mein zweiter Einsatz als Statist für diesen Film. Ich war schon bei Aufnahmen in Dietikon in einer Bar dabei.» Mit einer Sprechrolle habe es leider noch nicht geklappt, fügte Zünd an. «Doch wer weiss, vielleicht kommt das noch. Bald ist der Filmdreh im Stadion Esp.» Die Produzenten suchen dafür noch weitere Statisten.

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