«Mein Vater wollte immer auswandern, es hat ihn immer in die Ferne gezogen», erinnert sich Walter Huser . Einmal habe er bereits ein Visum für die USA besessen, die Reise hat er nie angetreten. Seine Wanderjahre führten ihn nach Paris, Florenz und Rom. Weiter beziehungsweise länger ist er nie über die Grenzen von Wettingen hinausgekommen. Seine Lehre und die ersten Berufsjahre absolvierte er im Hause seines Lehrmeisters Eduard Spörri an der Bifangstrasse, später erstellte er auf dem Nachbargrundstück das Wohn- und Atelierhaus für seine Familie. Dort schuf der 1981 verstorbene Künstler Skulpturen, Reliefs und Zeichnungen. Die Familie pflegt den Nachlass mit grossem Engagement.

Kunst ist Familientradition

Was Walter Huser nie geschafft hat, passiert nun mit seinen Kunstwerken › sie wandern aus. Eine Ente und zwei Reliefs zieren jetzt die «Napa Wine Bar and Kitchen» in Schanghai. Es ist das Lokal von Philippe Huser , dem Enkel des Künstlers. Der 1979 in Vevey Geborene ist seit 1999 in der Gastronomie tätig. Seine Karriere begann mit der Hotelfachschule in Lausanne. Weitere Stationen waren das «Royal Plaza Inter-Continental» in Montreux, das Mandarin Oriental Hotel in Honolulu und das «Peninsula» in Bangkok.

Jetzt führt Huser den eigenen Betrieb in Schanghai und beschäftigt rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Restaurant ist als selbstständiges Unternehmen einem Weinhaus angegliedert. Philippe habe die Bar selber entworfen, erzählt Walter Huser . Die gestalterische Ader seines Grossvaters habe er geerbt. «Passend dazu hat unser Sohn neben der Ente Reliefs mit Winzern und Weinlese ausgewählt», sagt Walter Huser . Das Lokal liege im Zentrum trum der Grossstadt. «Es ist nicht weit zum Rathaus, zur Oper und zum Museum für Entwicklung und Perspektiven.» Trotzdem liegt das Haus an einer für China typischen Strasse mit kleinen Läden.

Die Familie steht in der Pflicht

In Wettingen stehen nur wenige Werke von Walter Huser . Eines davon ist das «Mädchen mit Ring». Es wurde im Sommer 2004 beim Schloss Schartenfels aufgestellt. Im Jahre 2000 wurden Werke aus dem Nachlass von Walter Huser in Cassin bei Saint-Tropez gezeigt. Die Gedenkausstellung zu seinem 100. Geburtstag fand 2003 in der französischen Bäderstadt Divonne-les-Bains bei Genf statt. «Mein Vater hat immer gesagt, dass die Kunstwerke bleibenden Wert haben, deshalb ist es unsere Pflicht, sie zu zeigen», sagt Walter Huser.