Ehrendingen
Drei Mütter wollen einen attraktiveren Pausenplatz

Drei Mütter überlegen, eine Initiative für einen attraktiveren Pausenplatz zu starten. Denn der heutige Pausenplatz vor dem Schulhaus Dorf bietet für die rund 160 Primarschüler nur wenige Spielmöglichkeiten.

Christine Fürst
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Der «Spielplatz» auf dem Pausenplatz besteht nur aus einem Kletterkarussell. Auf der Wiese hinter dem Schulhaus Dorf soll ein neuer Spielplatz entstehen. Walter Schwager

Der «Spielplatz» auf dem Pausenplatz besteht nur aus einem Kletterkarussell. Auf der Wiese hinter dem Schulhaus Dorf soll ein neuer Spielplatz entstehen. Walter Schwager

Kletterkarussell, Pingpong-Tisch ohne Netz, Basketballkorb und eine Truhe mit Spielgeräten: Das ist alles. Den Spielplatz beim Kindergarten, der sich neben dem Schulhaus Dorf befindet, dürfen die Primarschüler nicht benutzen.

Deshalb hat Judith Sieber vor einem Jahr einen Brief an den Gemeinderat geschickt und ihn über ihr Anliegen – eine attraktivere Pausenplatzgestaltung mit Spielplatz – informiert. «Im Gespräch mit anderen Müttern und Kindern habe ich gemerkt, dass das tatsächlich ein grosses Anliegen ist», sagt Sieber, selbst Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern. Simone Horvath und Jenny Jones haben sich Judith Sieber angeschlossen, um sich zusammen für einen Spielplatz einzusetzen. Dem Brief an den Gemeinderat haben sie rund 100 Unterschriften beigelegt. Auch von den Lehrpersonen des Schulhauses Dorf sei der Wunsch nach einem attraktiven Pausenplatz schon mehrfach geäussert worden, schreiben sie.

Hin und her mit dem Anliegen

Die erste Antwort des Gemeinderats war für die drei Frauen ernüchternd: Er verweist darauf, dass der Pausenplatz primär Schulzwecken diene und zudem seien auf dem Platz genug Geräte; wer weitere Gerätschaften suche, finde diese auf den anderen Pausenplätzen in Ehrendingen. Beim Gemeindehaus im Unterdorf und beim alten Feuerweiher im Oberdorf stünden weitere öffentliche Spielplätze zur Verfügung. Der Gemeinderat weist auch darauf hin, dass die Mehrfamilienhaus-Überbauungen und auch immer mehr Einfamilienhäuser über Spiel- und Freizeitanlagen verfügen würden. Deshalb sah der Gemeinderat keinen weiteren Handlungsbedarf.

Mit dieser Antwort gaben sich die drei Mütter nicht zufrieden. «Es geht um die Spielmöglichkeiten in der Pause, natürlich wäre es schön, wenn es auch eine kleine Begegnungsstätte werden würde», sagt Sieber. Und zu dritt nahmen sie die Zügel in die Hand: Sie liessen einen Spielgerätehersteller nach Ehrendingen kommen und die Situation vor Ort beurteilen. Dieser erstellte sogleich eine Offerte. Darin offerierte er unter anderem ein Kletterkombi mit Hängebrücke, Rutschbahn und Seilbahn – für rund 38000 Franken. Diesen Voranschlag schickten die Frauen an die Schulpflege Ehrendingen.

Im Juni bekamen sie die Antwort von der Schulpflege Ehrendingen: «Es ist der Schulpflege sowie auch dem Gemeinderat bewusst, dass die Schulplatzgestaltung bei den Schulhäusern in Oberehrendingen verbesserungswürdig ist.» Das Anliegen sei in die Arbeitsgruppe Schulraum eingebracht worden. Diese besteht aus je zwei Mitgliedern der Schulleitung und der Schulpflege sowie einem Mitglied des Gemeinderats und dem Hauswart. Sie habe ein Schulraumkonzept erarbeitet, in das auch das umliegende Schulareal einbezogen worden wäre. Das Konzept soll in den kommenden Jahren etappenweise umgesetzt werden. «Der attraktivere Pausenplatz soll jetzt und nicht erst in ein paar Jahren umgesetzt werden», kommentiert Sieber. Ziel wäre es, bis spätestens Sommer 2011 einen neuen, abwechslungsreichen Pausenplatz zu haben.

Noch ist die Motivation gross

Danach folgte ein Gespräch mit Walter Weibel und Herbert Ringerle von der Schulpflege. Sieber stellte ein weiteres Gesuch an den Gemeinderat. Vor einer Woche folgte ein Gespräch mit Hans Hitz. «Wir wollen wirklich, dass jetzt etwas passiert – aber ich habe das Gefühl, dass wir immer wieder vertröstet werden», zieht Sieber das Fazit. Ein weiterer Schritt wäre, Unterschriften für eine Initiative zu sammeln – die Unterlagen für eine Initiative haben die drei Mütter bereits organisiert. Rund 300 Unterschriften müssten sie dafür sammeln. «Wir haben schon so viel Zeit investiert, jetzt geben wir sicher nicht auf», sagt Sieber.