Der FC Baden startet als 1.-Liga-Tabellenführer und heisser Anwärter auf den Aufstieg in die Rückrunde. Eine Verstärkung des Kaders in der Winterpause sei eigentlich nicht vorgesehen gewesen, sagt Trainer Thomas Jent. «In erster Linie waren wir froh, das Team zusammenhalten zu können.» Diverse Spieler erhielten Vertragsangebote von Vereinen, bei denen sie mehr Geld hätten verdienen können. Doch kein Spieler hat Baden verlassen, laut Jent ein Zeichen für den hervorragenden Teamgeist und den starken Glauben des ganzen Vereins an den Aufstieg.

Dass in der Winterpause nun drei Defensiv-Spieler leihweise zum FC Baden hinzugestossen sind, wie der Verein auf seiner Website mitteilt, sei besonderen Umständen zu verdanken. Für Innenverteidiger Cédric Franek (19) handelt es sich um eine Rückkehr: Er war im Sommer zum FC Aarau gewechselt, wo er den Sprung in die 1. Mannschaft aber verpasste. «Er hat uns kontaktiert, er wolle unbedingt wieder bei uns spielen, sagt Jent. «Keine Frage, dass wir sofort eingewilligt haben, denn vergangene Saison spielte er meistens von Anfang an.» Auch Robin Gloor (19), ehemaliger Junioren-Internationaler, war bei seinem Verein, dem FC Luzern, zuletzt nicht glücklich. Der Innenverteidiger und defensive Mittelfeldspieler war bei der Nachwuchsmannschaft des Super League Vereins nicht auf derselben Wellenlänge mit dem Trainer. Wie Franek kam auch Gloor auf den FC Baden zu mit dem Wunsch, hierhin transferiert zu werden. «Wir wollen ihm keinen Druck machen, er soll als Erstes die Freude am Fussball wiederfinden», sagt Jent. «Wir hoffen sehr, dass wir langfristig mit ihm arbeiten können. Dass er das Potenzial für die erste Elf mitbringt, steht ausser Frage.»

Aussenverteidiger Eddy Luongo (18) gehört dem FC Basel, wurde aber bereits in der Vorrunde ans Team Aargau U21 ausgeliehen. «Er hat nach einer Knie-Verletzung einen Schritt zurückmachen müssen, kehrte darum auf diese Saison hin in den Aargau zurück. Wir sind glücklich, dass er uns nun verstärken wird.»

Auffällig: Alle drei Neuzuzüge sind Defensivspieler. «In der Vorrunde waren wir in der Offensive auf jeder Position doppelt besetzt, mit gleichwertig starken Spielern. Nun verfügen wir auch in der Abwehr über eine breite Auswahl an Top-Spielern», sagt Jent. Und auch Präsident Thomi Bräm ist zufrieden: «Die drei Transfers entsprechen unserer Philosophie, auf junge Spieler zu setzen, denn wir sind ein Ausbildungsverein.»

Mitverdient hat der FC Baden derweil am Transfer von Marvin Spielmann (19), der innerhalb der Challenge League von Aarau zu Wil wechselte. Baden kassiert für seinen ehemaligen Spieler eine Ausbildungsprämie. Über die Höhe der Summe schweigt Präsident Bräm. Man werde das Geld für die Sanierung der Club-Finanzen einsetzen. Noch immer plagen Baden finanzielle Sorgen. Rund 70 000 Franken betragen die Schulden, weshalb sich der Verein in der Sanierungsphase befindet.

Vergangene Woche hat das Team das Training nach der Winterpause wieder aufgenommen, das erste Testspiel findet bereits diesen Samstag im Stadion Esp (16 Uhr) statt: Zu Gast ist der Promotion League-Verein SC Kriens. Ende Februar reist das Team ins Trainingslage nach Alicante (Spanien).

Fans bezahlen Busse

Neuigkeiten gibt es auch rund um die unschönen Fan-Ausschreitungen in Mendrisio, für die der FC Baden vom Schweizerischen Fussballverband mit 4000 Franken gebüsst wurde. Die Anhänger des FC Baden hätten die Kosten des Spielabbruchs übernommen und dem Verein das Geld überwiesen, teilt der FC Baden mit.