Dättwil/Fislisbach
Dreikönigstag: Der König ist im Süssteig gut versteckt

Die Bäckerei Alexanders ist parat für den heutigen Dreikönigstag. Dafür mussten aber Sonderschichten geleistet werden. Die az warf einen Blick in die Backstube von Daniela Bernet und Thomas Osterwalder in Dättwil.

Christine Fürst
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Daniela Bernet und Thomas Osterwalder formen den Kuchen. WAL

Daniela Bernet und Thomas Osterwalder formen den Kuchen. WAL

Heute wird er wieder überall im süssen Brot gesucht: der König. Und jeder will ihn haben, um sich wenigstens einen Tag im Jahr wie ein König fühlen zu können. Damit aber die Dreikönigs-Kuchen am Morgen frisch auf dem Tisch stehen können, legen die Bäcker in der Nacht Sonderschichten ein.

So kommt der König in den Kuchen
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So kommt der König in den Kuchen
So kommt der König in den Kuchen
So kommt der König in den Kuchen
So kommt der König in den Kuchen
So kommt der König in den Kuchen
So kommt der König in den Kuchen
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So kommt der König in den Kuchen

So kommt der König in den Kuchen

AZ

Auch in der Bäckerei der Confiserie Alexanders, die sich in Dättwil befindet, wurde kräftig gebacken. Daniela Bernet und Thomas Osterwalder, beide Bäcker und Konditor, haben ihre Schicht in dieser Nacht um ein Uhr früh begonnen. Um vier Uhr bekamen sie Verstärkung.

Auch gestern wurden bereits Dreikönigs-Kuchen, jedoch auf Bestellung, gebacken. «Die Kuchen machen wir immer frisch», sagt Bäcker Osterwalder. Sie hätten schlechte Erfahrungen gemacht, die Kuchen im Voraus zu produzieren, einzufrieren und am 6. Januar aufzubacken. «Auch das Einfrieren ist ein grosser Zeitaufwand, da geht es fast schneller, wenn wir die Kuchen von Hand und frisch machen», ergänzt Osterwalder.

Rund 150 Kilogramm Teig

In der Bäckerei liegt ein feiner Schokoladenduft in der Luft, es riecht nach frischem Brot und süssen Köstlichkeiten. Die Knetmaschinen drehen im Rhythmus, Patisserie wird mit Schokolade verziert und auf dem grossen Tisch in der Ecke liegt der Teig für den Dreikönigskuchen.

Süsser Teig mit Rosinen, mit Schokolade oder ohne Schnickschnack ist im Angebot. Zuerst wägt ihn Daniela Bernet ab, dann knetet sie ihn kräftig zu einem flachen grossen Kreis. Diesen bestreut sie mit Mehl und schiebt ihn auf einem Blech in die Rundschleifmaschine. Die Maschine formt aus dem Kreis gleich grosse Kugeln.

Jetzt kommt der grosse Moment: In die Kugeln werden die weissen Plastik-Könige gedrückt. Danach wird der Teig wieder zu einer Kugel geknetet – und der König ist gut versteckt in der Teigmasse. «Das sind Könige ohne Ecken und Kanten», sagt Osterwalder. Die Kugeln mit den Königen fügen die Bäcker an die grösseren Mittelteile an.

Bald ist der Tisch übersät von Mittelteilen mit Königs-Kugeln. Sie werden nun ergänzt mit «normalen» Teig-Kugeln. «Wir haben so ein gutes System, um sicherzugehen, dass in jedem Kuchen ein König drin ist», kommentiert Osterwalder. Dann kommen die Kuchen in den Gärschrank bei 28° Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 80%. Anschliessend werden sie mit gerösteten Mandeln bestreut und bei 190° Celsius 20 Minuten gebacken.

Heute werden die Bäcker in Dättwil 350 Stück für die zwei Alexanders-Standorte in Fislisbach und Berikon produzieren. Der Klassiker ist der Sechser-Kuchen à 390 Gramm. Rund 150 Kilogramm Teig werden so am Dreikönigstag verarbeitet.