Badener Musikfestival
Dreiunddreissig Discokugeln für das Royal

«One Of A Million», das Festival mit nationalem Kultstatus, startet am Freitag. Nicht weniger als elf Lokale sind diesmal ins Festival eingebunden. Möglich ist das Festival auch dank dem Einsatz von Freiwilligen.

Daniel Vizentini
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One of a Million
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One of a Million

Jiri Reiner

Dass Musikfestivals nicht nur im Sommer stattfinden müssen, hat das «One Of A Million» in den letzten vier Jahren bereits bewiesen. Mehr noch: Vom kleinen, lokalen Geheimtipp zog das Badener Winterfestival jedes Jahr mehr Gäste von immer weiter weg an. Dasselbe gilt für die vielen Helfer: Rund 80 Freiwillige werden ab morgen Abend am Festival im Einsatz stehen. Die meisten aus der Region, darunter aber auch solche aus Basel oder gar aus Lausanne.

Das «One Of A Million» strahlt weit über die Stadtgrenzen hinaus. Gleichzeitig bleibt es ein überschaubares Festival, dass fest in der Stadt verankert ist – oder ohne die Eigenheiten Badens gar undenkbar wäre. Die Liebe von Festivalleiter Nik Fischer zu seiner Kleinstadt zeigt sich darin, dass er stets neue, eher unbekannte Ecken Badens in seinem Musikfestival bespielen lässt.

Diesmal elf Lokale

Elf Lokale sind es dieses Jahr. Neben Stanzerei, Druckerei oder Royal verleihen vor allem die kleinen Räume dem Festival seinen heimeligen, magischen Charakter. Zum Beispiel finden im «E-Punkt», dem Kundenzentrum der Regionalwerke an der Haselstrasse, im «Kulturcafé C4T» an der Kronengasse, in der Sebastianskapelle beim Kirchplatz oder im Musikladen «Gitarrenoase» im Bäderquartier Konzerte am Nachmittag statt.

Die Meisten davon sind gratis. Ziel sei es, dass die Festivalbesucher auf Entdeckungsreise gehen und dabei nicht nur neue Musik, sondern auch neue Plätze in Baden kennenlernen. «Ich empfehle, mit Pioniergeist an das Festival heranzugehen und sich überraschen zu lassen», sagt Nik Fischer.

Es ist auch diese Lust, neue Ecken in der Stadt zu ergründen, die Nik Fischer dazu bringt, jedes Jahr neue Lokale für sein Musikfestival zu gewinnen. Ein Beispiel dafür ist das Restaurant Goldener Schlüssel an der Limmatpromenade, das erstmals Teil des «One Of A Million» sein wird. «Ich bin mal daran vorbeigelaufen und habe diesen tollen Barocksaal gesehen», sagt er. Sein Lieblingslokal am Festival sei aber der Jugendstilraum im Hotel Blume, der ebenfalls zum ersten Mal bespielt wird.

Letztes Jahr kündigte Nik Fischer an, dass das Festival weiter in die Stadt hineinwachsen würde. Nicht geplant hatte er hingegen, dass das «One Of A Million» mit 41 Acts – neun mehr als letztes Jahr – wieder eine Rekordgrösse erreichen würde. Mit mindestens 30-minütigen Pausen zwischen den Shows ist das Festival aber so konzipiert, dass alle Auftritte gesehen werden können.

Bis es morgen losgeht, steht den Machern noch viel Arbeit bevor. Jedes der elf Lokale wird unterschiedlich dekoriert. Allein fürs Royal wurden 33 Diskokugeln bestellt.

Zudem gilt es, die rund 100 Musiker zu empfangen. 60 von ihnen werden nicht in Hotels, sondern bei Freiwilligen beherbergt. «Früher machten wir dies aus finanziellen Gründen», sagt Nik Fischer. Mittlerweile gehöre es zur Philosophie des Festivals. «Es ist ein Erlebnis für die Gastgeber wie für die Musiker, die die Stadt so besser kennenlernen.»

«One Of A Million»-Musikfestival 30.1. bis 7.2. in Baden, www.ooam.ch