Figurentheater
Dreizehnmal in eine fremde Welt eintauchen

Das Wettinger Figurentheater startet im Oktober mit einem internationalen Programm bereits in seine 27. Saison.

Sandra Ardizzone
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«Mutig, mutig», heisst das Stück, das am 23. Oktober die 27. Saison des Figurentheaters Wettingen eröffnet. Das Theater Ferdinande aus Deutschland springt für das ursprünglich geplante Stück «Vaterbär, komm spiel mit mir» ein. Dieses musste abgesagt werden, weil der Figurenspieler erkrankte. Ein harziger Start, könnte man meinen. Doch die Theaterleiterin Barbara Winzer ist anderer Meinung: «Das wird toll. Die ganze Saison wird toll – wir haben ein vielseitiges Programm mit internationalen Gästen.»

11 Vorstellungen für Kinder

Diese Saison werden im Figurentheater Wettingen 13 Stücke aufgeführt. Darunter sind 7 Werke aus der Schweiz, davon 4 aus dem Aargau. Ausserdem kommen weitere Theater aus Deutschland, Frankreich und sogar aus Kanada, um in Wettingen auf der Bühne zu stehen. Von den 13 Vorstellungen im Gluri-Suter-Huus sind 11 speziell für Kinder. Doch das Puppentheater ist bei weitem nicht nur etwas für die Kleinen, wie Theaterleiter Sven Mathiasen erklärt: «Figurentheater deckt das ganze Spektrum ab, wie herkömmliches Theater. Es ist eine Kunstform, die immer wieder für Überraschungen gut ist.»

Malen, basteln, Geschichten leben

Im Programm 2010/2011 finden sich einige Leckerbissen: So malt Tine Beutel in ihrem Stück «Rapunzel-Rhapsodie» auf Plastikwände und erstellt so kurzlebige Welten. Sobald etwas gemalt ist, wird es wieder weggewischt. Ähnlich vergänglich, aber dafür umso faszinierender sind die Papierskulpturen der flämischen Künstlerin Horta van Hoye. Aus einer Rolle unbedrucktem Zeitungspapier zaubert die Puppenspielerin auf der Bühne überlebensgrosse Figuren, mithilfe derer sie eine Geschichte erzählt. Und das gleich zweimal: einmal für Erwachsene am 18. März und tags darauf im Rahmen eines Familienbrunchs. Dieser findet zur Feier des internationalen Tags des Figurentheaters vom 21. März statt.

Hauseigene Premiere

Als einzige Premiere führt dieses Jahr Sven Mathiasen sein Stück «Das tapfere Schneiderlein» auf. Mathiasen präsentiert mit dem «Schneiderlein» bereits sein zweites Programm. «Es wird ein Dialog zwischen mir und der Figur. Wichtig ist, dass Kinder jeden Alters kommen können», sagt Mathiasen. «Leute tendieren dazu, die Altersangaben als Richtwert anstatt als untere Grenze zu nehmen.» Dabei seien die Stücke auch für Teenager noch interessant, betont er.

Für das Gelingen des Figurentheaters braucht es viele helfende Hände. Als Unterstützung der zwei Leiter Winzer und Mathiasen sucht das Theater deshalb immer freiwillige Helfer: «Ein Kleintheater mit vollem Saisonprogramm zu führen, braucht Herzblut. Da ist man um jede Hilfe froh», sagt Präsident Karl Meier.

Saisoneröffnung, 23. Oktober, 16 Uhr, Gluri-Suter-Huus Wettingen

www.figurentheater-wettingen.ch