Sie begrüssten einander auf der Bühne, als wären sie bereits ein Leben lang beste Freunde. Die Rede ist einerseits von Messeleiter Michel Walde, der am gestrigen Abend im Regio-Treff beim Tägi Wettingen die dritte Herbstmesse eröffnete.

Sein «Kumpel» auf der Bühne war Medy Hischier, der die Gastregion Saas-Fee vertrat und die Gäste im breitesten Walliser Dialekt begrüsste – in der Hand ein Glas Wettinger Wein notabene.

Beide waren sichtlich enthusiastisch, dass an der Messe auch dieses Jahr kein Ausstellungsplatz frei geblieben ist. Walde wies zudem darauf hin, dass ein Gastredner eingespart wurde: Markus Dieth sprach in seiner Doppelfunktion als Grossratspräsident und Gemeindeammann von Wettingen. Für Auflockerung während der Eröffnung sorgte Slam-Poetry-Künstlerin Corinne Soland, in dem sie über ihr Dilemma bei den letzten Wahlen sinnierte.

Die Besucherzahl an der Herbstmesse Wettingen ist letztes Jahr bereits angestiegen. 13 000 Besucher pilgerten zur Premiere im Jahr 2013, bereits 16 500 waren es 2014. Erwarten die Organisatoren eine weitere Zunahme?

«Ein grösseres Publikum als letztes Jahr ist sicher das Ziel», sagt Messeleiter Michel Walde. 20 000 Besucher seien durchaus realistisch, vieles hänge jedoch auch von den äusseren Bedingungen ab.

Die ATM Futsal Maniacs haben 43,3 Stundenkilometer vorgegeben, mit denen der Ball im Tor landen muss. Wer kommt am nächsten?

Die ATM Futsal Maniacs haben 43,3 Stundenkilometer vorgegeben, mit denen der Ball im Tor landen muss. Wer kommt am nächsten?

«Die Lancierung der Messe vor zwei Jahren erfolgte zu einem mutigen Zeitpunkt. Unsere Ausstellung muss zuerst ins Bewusstsein der Leute vordringen», fügt Walde an.

Über 160 Stände haben sich für die Messe angemeldet, etwa gleich viele wie 2014. Auf dem Programm warten nebst den Verkaufsständen täglich Shows und Konzerte. Im Regio-Treff tritt am Freitagabend der Bluesmusiker John Lyons auf, der in den USA aufgewachsen ist.

Am Samstag sollen dann «The Kung Foo Pandas» aus Zuchwil den Zuschauern mit ihren Rocksongs-Covern einheizen, die «Rolling Phones» aus dem Fricktal runden die Messe am Sonntag musikalisch ab. Ebenfalls vor Ort vertreten ist zudem die Gastregion Saas-Fee.

Für einige Minuten blind

Ein spezielles Erlebnis erwartet die Besucher im Dunkelzelt, das vom Aargauischen Blindenfürsorgeverein zusammen mit dem Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband betrieben wird. Diese wollen so auf die Thematik Sehbehinderung aufmerksam machen. Der Gast wird dabei durch einen sehbehinderten Begleiter in das Zelt geführt, wo er verschiedene Dinge ertasten kann.

An der Bar gibt es im Anschluss die Möglichkeit, etwas zu trinken und zu bezahlen – alles in absoluter Dunkelheit. Die Idee des Dunkelzelts hatte Michel Walde bereits nach der letztjährigen Messe im Hinterkopf: «Das es nach monatelanger Vorbereitung umgesetzt werden konnte, freut mich speziell.»

Dem Stauproblem, das bei Messen im Tägerhard immer wieder auftritt, begegnen die Organisatoren mit Signalisationen zu den Parkplätzen beim Tägi und an der Halbartenstrasse.

Zudem fährt die Buslinie 7 von Baden im Viertelstundentakt bis zur Messe. Als Ausstellungsraum dienen im Tägi zwei grosse Hallen. Zudem finden die Besucher im Aussenbereich ein grosses Angebot an Verpflegungsständen, um Energie zu tanken.