«Es ist länger her, seit wir eine derart gut besuchte Sommergmeind unter freiem Himmel durchführen konnten», eröffnete Gemeindeammann Daniel Hug die Versammlung.

193 von 2734 Stimmberechtigen interessierten sich für die Geschäfte des Gemeinderats. Mit Spannung erwartet wurde die Diskussion um den Bruttokredit von 356 400 Franken für die Projektierung einer dritten Turnhalle inklusive Nebenanlagen.

FDP wollte Halle im Finanzplan

Die FDP-Ortspartei hatte kurz vor der Versammlung in einer Stellungnahme in der az ihre ablehnende Haltung gegenüber dem Antrag geäussert. Als Gemeinderätin Monika Locher die Vorlage erläuterte und die Stimmberechtigten darüber in Kenntnis setzte, dass die Finanzierung einer dritten Turnhalle ohne die Erhöhung der Steuern um 8 bis 10 Steuerprozent nicht möglich sei, ging ein Raunen durch die Versammlung.

«In der Broschüre zur Gemeindeversammlung steht nichts von einer Erhöhung des Steuerfusses», machte Thomas Schneider, Präsident der Ortspartei FDP, aufmerksam.

Der Gemeinde drohe eine Überschuldung. Damit unterstrich Schneider die Ausführungen von Hug zu Beginn der Versammlung: Dieser hatte sich aufgrund der geplanten Investitionen von rund 15 Millionen Franken besorgt über die finanzielle Lage der Gemeinde gezeigt.

«Wir sind nicht gegen eine dritte Turnhalle», betonte Schneider dann. Die FDP stehe hinter dem Projekt – «die Sportvereine haben bei uns quasi eine staatstragende Bedeutung».

Vor dem Hintergrund der finanziellen Lage habe die FDP Oberrohrdorf beschlossen, den Projektierungskredit abzulehnen. Im Namen seiner Partei stellte Schneider den Antrag, die dritte Turnhalle in die ordentliche Finanzplanung aufzunehmen, damit sie mit einer moderaten Erhöhung des Steuerfusses finanziert werden kann.

CVP stellt sich gegen FDP

Bevor es zur Abstimmung kam, meldete sich Eric Ischer, Präsident der CVP Ortspartei, zu Wort und plädierte für den Projektierungskredit: «Die dritte Turnhalle ist ein Anliegen, das wir seit Jahren mit uns schleppen.»

Heute würde lediglich über den Projektierungs- und nicht über den Baukredit abgestimmt. «Der Gemeinderat hält betreffend die finanzielle Lage von Oberrohrdorf seit Jahren den Mahnfinger in die Luft.»

Jetzt sei noch eine Kreditaufnahme unter 1 Prozent möglich. «Wir müssen diese Gelegenheit packen und mit der Genehmigung des Projektierungskredits den ersten Schritt in die richtige Richtung machen.» Der Antrag der FDP wurde sodann deutlich abgelehnt und der Projektierungskredit mit grosser Mehrheit angenommen.