22,3 Millionen Franken will die Gemeinde Oberrohrdorf in den nächsten sechs Jahren investieren: Teuer sind die beiden Grossprojekte Oberstufenzentrum Rohrdorferberg (6 Mio. Franken) und die Sanierung der Kantonsstrasse (8,6 Mio. Franken). Eine weitere finanzielle Belastung wäre der Bau einer dritten Turnhalle (6,55 Mio. Franken).

Wie der Gemeinderat jetzt mitteilt, will er das Budget 2015 mit einem Steuerfuss von 93 Prozent bestreiten, das sind 10 Steuerprozente mehr als im Vorjahr. Dass der Bau einer neuen Halle eine Steuerfusserhöhung bedingt, hatte Gemeinderätin Monika Locher bereits an der Gemeindeversammlung im Juni 2013 erklärt. Dennoch wurde der Bruttokredit von 356 400 Franken für die Projektierung der dritten Halle bewilligt.

3,8 Millionen Franken Nettoinvestitionen weist das Budget 2015 aus: 1,75 Millionen oder 46 Prozent fallen auf das neue Oberstufenzentrum sowie auf die dritte Turnhalle – 1,56 Millionen oder 41 Prozent auf diverse Strassensanierungen. Trotz der Steuerfusserhöhung befürwortet der Gemeinderat den Bau der dritten Turnhalle, wie Gemeindeschreiber Thomas Busslinger bestätigt. Gemeindeammann Daniel Hug hat diesen Turnhallen-Entscheid – wie er sagt – zur Kenntnis genommen. «Ich wohne 30 Meter von der Turnhalle entfernt.

Als Betroffener, der ein unmittelbares und persönliches Interesse hat, muss ich an der Gemeindeversammlung im Dezember in den Ausstand treten», erklärt er. Als Vorsteher des Ressorts Finanzen habe er gemeinsam mit dem Finanzverwalter durchgerechnet, welche Erhöhung diese massiven Investitionen bedingen. «Wir haben bereits jetzt drei bis vier Millionen Schulden», sagt Hug.

«Erhöhen wir nicht auf 93 Prozent, werden wir in sechs Jahren über 20 Millionen Franken Schulden haben.» Doch auch ohne den Bau der Turnhalle sei eine Erhöhung um 2 Steuerprozente auf 85 Prozent nötig. Grund: Seit 7 Jahren sinkt der Steuerertrag pro Steuerpflichtigen, die Dorfbevölkerung wird immer älter und die Bevölkerungszahl stagniert.