Natürlich auf Englisch, schliesslich bezeichnet man sich als ein international tätiges Anlageunternehmen, hat sich Opulentia auf einer Internethomepage für Anleger verabschiedet. «Refunds are already being processed» verspricht CEO Daniel Beletzky, was so viel heisst wie die Rückzahlungen der Gelder an die Kunden sollen im Gange sein. Ob dem wirklich so ist, wird nur schwer zu beweisen sein. Und Klagen von unzufriedenen Kunden dürften ebenfalls nichts nützen. Denn eine funktionierende Adresse hat die Opulentia nicht. Auch der Aufenthaltsort ihres CEO Daniel Beletzky bleibt eine Art «Bankgeheimnis».

So schnell, wie die Opulentia aus dem Nichts entstanden ist, ist sie wieder verschwunden. Ein Auslöser dafür war ein einfacher Brief (siehe Bild). Er war korrekt an Daniel Beletzky, den Geschäftsführer der Opulentia, adressiert. Dieser hatte auf der Homepage mitgeteilt, dass sich sein Domizil an der Landstrasse 98 in Wettingen befinde. Doch die Adresse gibt es nicht, weil zwischen den Hausnummern 90 und 100 die Alberich-Zwyssig-Strasse liegt und damit keine Häuser Platz haben.

Finanzberater löst Ende aus

Der Untergang der Opulentia wurde durch das Mail eines Finanzberaters ausgelöst, der sich bei der Switch erkundigte, weshalb eine Firma ohne effektives Domizil, eine Domain-Adresse erhalten habe. Switch antwortete ihm sie, könne die Adresse «http://www.opulentia.ch» www.opulentia.ch löschen, wenn ihr ein offizielles Dokument vorliege, das zeige, dass die Adresse nicht korrekt sei.

Er schickte darauf Beletzky einen Brief, der wie erwartet wenige Tage später – da unzustellbar –wieder in seinem Briefkasten lag. Für die Switch Grund genug, die Domain der Opulentia zu löschen. Das wiederum hatte die Abmeldung der Opulentia auf der Finanzhomepage zur Folge.

Parallel zum Briefverkehr mit der Opulentia wurde auch die schweizerische Finanzmarktaufsicht (Finma) aktiv. «Wir haben im Rahmen unserer Möglichkeiten die Website Opulentia auf die Negativliste gesetzt und in der Folge sperren lassen», teilt Tobias Lux, Mediensprecher der Finma, mit. Um Kunden zu schützen, führt die Finma eine Liste der unbewilligten Institute: www.finma.ch