Baden
Echte Trouvaillen sind am Flohmarkt im Royal rar gesät

Zum zweiten Mal fand am Wochenende der Nachtflohmarkt im Royal statt. Initiantin Tine Mudri wurde mit Anfragen überrannt und musste vielen Ausstellern absagen.

Ursula Burgherr
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Nachtflohmarkt im Royal Baden
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Sarah Hügin aus Buchs «Ich suchte über Jahre nach einem Paar geflochtener Schuhe aus Leder im Vintage-Stil. Dann wurde ich endlich fündig im Internet und habe sie bestellt. Beim Anprobieren musste ich jedoch merken, dass sie mir zu klein waren. Jetzt trenne ich mich schweren Herzens von ihnen.»
Malu Gauch aus Baden «Dieses alte Teekrüglein ist mein Favorit. Es erinnert mich an meine Kindheit und war Teil eines ganzen Services, das meine Mutter mir schenkte. Ich stehe total auf den 50er-Jahre-Stil. Aber weil ich in einer WG mit Kindern lebe, ging ein Stück nach dem anderen kaputt. Bis auf den Krug, den ich nun hergebe.»
Monika Hasler aus Rudolfstetten «Mein Lieblingsstück ist dieses Gobelin-Täschchen. Es fasziniert mich, wie fein und liebevoll die Details hineingestickt sind. Früher nahm man sich noch Zeit, um eine Handarbeit liebevoll und sorgfältig zu machen. Meine Grossmutter fertigte ganze Bilder und Sofabezüge aus Gobelin an.»
Jeanne Salamoni aus Baden «Mir hat es das Bild angetan zu ‹Rite rite Rössli, z’Bade staht es Schlössli›. Ich nehme an, es diente als Entwurf für die Hausfassade an der Kronengasse, auf der genau dasselbe Motiv zu sehen ist. Gefunden habe ich die Malerei auf der Strasse und behielt sie lange Zeit bei mir zu Hause.»
Patrick Tobler aus Baden «Mein Lieblingsstück ist dieses alte Modell eines kleinen Farbfernsehers. Ich nutzte ihn als meinen ersten Computermonitor und er hat mich durch ein grosses Stück meines Lebens begleitet. Ich habe oft Computergames darauf gespielt. Jetzt bin ich aus dem Alter raus und hoffe, einen Käufer zu finden.»

Nachtflohmarkt im Royal Baden

Ursula Burgherr

Der Raum im ehemaligen Studio-Kino ist sehr begrenzt. Gerade mal 13 Aussteller und Ausstellerinnen fanden Platz, um sich mit ihren Habseligkeiten zu installieren. Zudem, so Mudri, achte man auf eine gute Durchmischung des Warenangebots.

Die hätte allerdings noch besser sein dürfen. Denn die Stände mit Kleidern waren eindeutig in der Mehrzahl. Und die Beleuchtung war denkbar schlecht, um das Angebot dem zahlreich erschienenen Publikum zu präsentieren. Wie immer bei einem Flohmarkt waren wirkliche Trouvaillen rar gesät. Gesichtet wurden im kunterbunten Sammelsurium chinesische Klangkugeln, grüne Gummistiefel, venezianische Masken, ein Bildband über Romy Schneider und Vintage-Accessoires aus allen Epochen.