Trüb war es unter der grauen Nebeldecke in Baden am Sonntagnachmittag, als CVP-Mann Markus Schneider seine Parteimitglieder im «Lemon» begrüsste. «Mein Ziel, vor Roger Huber zu sein, habe ich leider nicht erreicht», antwortete Schneider auf die Frage, wie es ihm gehe. Von einer trüben Stimmung im «Lemon» wollte er jedoch nichts wissen. Er habe sich mental darauf vorbereitet, an dritter Stelle zu sein. «Ich bin davon überzeugt, dass mein Wählerpotenzial – im Gegensatz zu den anderen Kandidaten – noch nicht ausgeschöpft ist», sagte Schneider mit Kampfgeist und stiess mit CVP-Grossrätin Marianne Binder an.

Die Nebeldecke blieb hartnäckig und auch im ehemaligen Blackball war es etwas dunkel. Doch die Stimmung unter den rund 100 Freisinnigen war alles andere als getrübt. FDP-Grossrat und Parteipräsident der FDP-Aargau Thierry Burkart freute sich über «das positive Resultat» – genauso wie Roger Huber selbst: «Knappe 1500 Badenerinnen und Badener wollen mich als Stadtammann. Das ist sehr erfreulich.»

Er habe in den letzten Wochen grosse Unterstützung erhalten. «Wir sind eine aufgestellte und motivierte Truppe. Jetzt wollen wir gemeinsam auf das positive Resultat und auf die gute Ausgangslage für den zweiten Wahlgang anstossen», sagte Huber und hob sein Glas; nicht zuletzt in Richtung FDP-Regierungsrat Peter C. Beyeler.

Heinz Blaser allein in der «Linde»

Still schien es in der Halde – bis die Türe zum Restaurant Rebstock aufging. Siegesstimmung herrschte beim team und all denen, die Geri Müller unterstützt hatten. «Es sind viel mehr Leute gekommen, als ich erwartet habe», freute sich Geri Müller, der zur Feier des Tages ein rot-grünes Band mit Amaretti-Keksen um den Hals trug. «Wir haben die Wahlresultate gemeinsam gelesen und uns sehr darüber gefreut. Ich bin glücklich», sagte Müller. Das Wahlresultat zeige, dass seine Kandidatur als Stadtammann trotz seines Nationalratsmandats richtig gewesen sei.

Bevor Geri Müller überhaupt mit Stadtratskandidatin Ruth Müri anstossen konnte, betraten Stadtammann Stephan Attiger und SP-Stadträtin Daniela Oehrli das Restaurant. «Ich besuche heute die Parteien und fange bei demjenigen Kandidaten mit den meisten Stimmen an», erklärte Attiger. Wenn er sich hier umschaue, dann seien die Erwartungen sicher übertroffen worden. «Ich freue mich darüber, dass die Stadträte vorne liegen. Für den zweiten Wahlgang ist noch alles offen», fügte er hinzu.

Aufgestellt und in schicker Kleidung servierte Stella Palino in der «Unvermeidbar» die Gäste des «wahrscheinlich-wahlniederlage-festchens». «Ich freue mich riesig über die 80 Stimmen», sagte sie und präsentierte anschliessend ihren Wahlkampfsong. Sander Mallien, der nicht viel mehr Stimmen als Stella erhalten hatte, blieb ruhig zu Hause. «Natürlich hätte ich mir mehr als 109 Stimmen gewünscht.» Die GLP treffe sich nächste Woche. Mutterseelenallein sass Heinz Blaser alias Blasi in der «Linde». «Enttäuscht bin ich nicht. Ich habe ja gar nicht richtig gekämpft.»