Niederrohrdorf

Egro: Ehemaliges Depot wird nochmals untersucht

Die Egro-Immo darf nach dem Entscheid des Kantons auf dem Egro-Areal bauen.

Die Egro-Immo darf nach dem Entscheid des Kantons auf dem Egro-Areal bauen.

Altlasten am Weiherweg in Niederrohrdorf: Der Gemeinderat will mit neuen Bodenanalysen Klarheit schaffen. In diesen Tagen werden weitere Schadstoff-Untersuchungen vorgenommen.

Der Widerstand der Niederrohrdorfer Bevölkerung gegen das Vorhaben der Egro Immo AG, auf einer ehemaligen Deponie der Egro AG ein Wohn- und Gewerbehaus mit Kinderspielplatz zu bauen, zeigt Wirkung.

Wie Gemeindeammann Gregor Naef erklärt, werden in diesen Tagen weitere Schadstoff-Untersuchungen auf der Parzelle 511 am Weiherweg vorgenommen – dies nach diversen Sitzungen mit den Petitionären, Mitarbeitern des Kantons und der Bauherrschaft.

Damit beauftragt wurde das Büro Heinrich Jäckli in Baden, das auch die bisherigen geologischen Untersuchungen auf dem Areal durchgeführt hat. Die Kosten von rund 10 000 Franken übernimmt die Gemeinde. «Der Gemeinderat will Klarheit und Sicherheit in dieser Sache», betont Naef.

Zeitzeugen befragt

Um Klarheit zu schaffen, hat der Geologe Heinz Vetter vom Büro Jäckli Gespräche mit ehemaligen Egro-AG-Mitarbeitern sowie mit Anwohnern des Weiherwegs geführt.

«Ich habe bisher mit etwa neun Zeitzeugen gesprochen, die zu wissen glauben, welche Altlasten wann und wo entsorgt wurden», sagt er. Jetzt wird an den verdächtigen Stellen auf der Parzelle 511 gegraben.

Anschliessend werden die Bodenproben analysiert. «Mit Ergebnissen rechnen wir ab Mitte bis Ende Mai», sagt Vetter. Ob es zu einer kompletten Sanierung der Altlasten komme, werde sich dann zeigen.

Einsprecher noch nicht erleichtert

Roland Gränicher, Anwohner des Weiherwegs, Einsprecher und Petitionär, ist froh, dass zumindest der Geologiebericht erweitert wird. «Erleichtert sind wir noch nicht.» Enttäuscht zeigt er sich darüber, dass es den Petitionären nicht gelungen sei, die Bauherrschaft davon zu überzeugen, das Areal komplett zu sanieren.

«Kommt bei den neuen Analysen nichts Schlimmeres ans Tageslicht, werden die 761 Petitionäre und die 40 Einsprecher das Ergebnis akzeptieren», verspricht er.

Weise der Bericht aber erneut schwammige und zweifelhafte Passagen auf, «werden wir uns überlegen, ob wir die Angelegenheit zur Widererwägung an den Regierungsrat weiterziehen».

Dies wäre mit Kosten verbunden, weshalb man sich darüber noch nicht einig sei. «Wir warten jetzt die Ergebnisse der Analyse ab», sagt Gränicher.

Selbiges sagt Gemeindeammann Gregor Naef: «Danach werden wir uns zusammensetzen und die Situation beurteilen.» BDP-Grossrat Fabian Hauser aus Birmenstorf, der von der Angelegenheit mit den Altlasten auf der Parzelle 511 Wind bekam, reichte im Januar beim Regierungsrat eine Interpellation «betreffend den Umgang mit Altlasten in Niederrohrdorf» ein.

Hauser zitierte in seiner Interpellation einige bedenklichen Passagen des Geologieberichts.

«Absolute Gewissheit gibt es nicht»

Am 20. März antwortete der Regierungsrat: «Aus Sicht der zuständigen Abteilung für Umwelt des Departements Bau, Verkehr und Umwelt kann das Bauvorhaben unter Einhaltung bestimmte Auflagen, die der Belastungssituation Rechnung tragen, realisiert werden.»

Dies, obschon er auf die Aussage von Hauser, «dass niemand mit Gewissheit sagen kann, dass die besagte Deponie nicht dereinst sanierungsbedürftig wird», antwortet: «Eine absolute Gewissheit gibt es in solchen Fragen nie.»

Hauser weilte zum Zeitpunkt der Berichterstattung in den Ferien, weshalb er bislang keine Stellungnahme abgeben konnte.

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