Baden

Ehemalige Tele-M1-Moderatorin malt Afrika

Hommage an Afrika: Malerin Chantal Hediger mit einem ihrer ausdrucksstarken Gemälde in Mischtechnik.

Hommage an Afrika: Malerin Chantal Hediger mit einem ihrer ausdrucksstarken Gemälde in Mischtechnik.

Aus der Ex-Moderatorin Chantal Hediger ist eine leidenschaftliche Malerin geworden. Gemeinsam mit Adrian Bütikofer und Ernesto Krähenbühl präsentiert sie ihre Werke in der Badener Galerie Anixis.

Mit grossformatigen Malereien folgt die in Aarau aufgewachsene Tochter einer Südafrikanerin ihren Wurzeln und zollt dem schwarzen Kontinent Tribut. Die Sehnsucht nach der «zweiten» Heimat – nach dem archaischen und naturverbundenen Leben dortiger Stämme – kommt bei Hedigers neuen Werken besonders stark zum Ausdruck.

Eine schemenhafte Figur umhüllt von einem flatternden Stoffumhang tanzt vor einem Baumstamm und scheint mit ihm zu verschmelzen; Menschen, die teilweise noch Körperbemalung tragen, fesseln den Betrachter mit ihren durchdringenden Blicken, manchmal selbstbewusst und fordernd, oft aber auch fragend.

«Bis vor drei Jahren reiste ich jedes Jahr zu meinen Verwandten nach Kapstadt. Ich will bald wieder hin», sagt die grazile 40-Jährige, die mit ihrem Mann Andreas Germann heute in Schmerikon (SG) lebt.

«Ich bin kein geerdeter Mensch, aber wenn ich male, fühle ich eine gewisse Urkraft in mir», erzählt Hediger über ihre künstlerische Leidenschaft. Nach einer wechselhaften Karriere setzt sie nun ganz auf die Kunst, macht Ausstellungen und gibt in ihrem Atelier Kurse für Malen und Gestalten.

Anzüge von Angelina Jolie

Den meisten Aargauerinnen und Aargauer dürfte das Gesicht von Chantal Hediger noch aus Tele M1 bekannt sein, wo sie als Moderatorin und Nachrichtensprecherin arbeitete. Fast ganz vergessen gegangen ist, dass die aparte Schönheit 1992 zur Vize-Miss-Schweiz erkoren wurde und erfolgreich als Model tätig war.

Während sie Karriere beim Fernsehen machte, besuchte sie in Zürich die Schauspielschule und träumte davon, ins amerikanischen Filmbusiness einzusteigen. Doch der Traum zerplatzte wie eine Seifenblase.

«Ich lebte in Los Angeles in einem 1-Zimmer-Apartment und kellnerte, führte Hunde aus oder hütete Kinder, um mich über Wasser zu halten», erinnert sie sich an die wohl brotloseste Zeit ihres Lebens.

Halt fand sie auch auf dieser Durststrecke beim Malen. Sie entschied sich, in die Schweiz zurückzukehren, um sich darin zu vertiefen. «Aus der Zeit in Amerika hängen heute noch zwei massgeschneiderte, kaum getragene Couture-Anzüge von Angelina Jolie im Schrank, die mir ihre Assistentin schenkte», sagt sie und lacht.

Ihren Mann lernte sie übrigens in Baden kennen, als sie vor dem Umbau des Kino Sterk anlässlich einer Matinee einige ihrer Werke ausstellte. Anerkennung in der Kunstwelt wünscht sich die temperamentvolle und sensible Kreative auf ihre Zukunft angefragt, «vor allem aber möchte ich die Menschen mit meinen Bildern berühren».

Ausstellung: Chantal Hediger (Bilder), Adrian Bütikofer (Holzskulpturen), Ernesto Krähenbühl (Farbholzschnitte zu Malerei in Öl und Acryl) bis zum 29. 3. jeweils Di., Mi., Fr., Sa., 14 bis 18 Uhr in der Galerie anixis, Oberstadtstrasse 10, Baden.

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