Baden
Ehemaliger Geschäftsführer der Häsliburg ist abgetaucht

Für die konkursite Kinderkrippe Häsliburg in Baden gibt es eine rettende Lösung. Vom ehemaligen Geschäftsführer, der die Krippe in den Konkurs geritten hat, fehlt dagegen jede Spur. Er ist abgetaucht.

Martin Rupf
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Bleibt mindestens bis Ende April zu: Kinderkrippe Häsliburg in Baden.mru

Bleibt mindestens bis Ende April zu: Kinderkrippe Häsliburg in Baden.mru

Gute Neuigkeiten für die Eltern von rund 100 Kindern in der Region Baden. Nachdem sie Ende letzter Woche völlig überraschend vom Konkurs der Kinderhaus Häsliburg GmbH erfahren mussten, zeichnet sich nun eine Lösung ab. «Wir sind im Gespräch mit einer potenziellen Betreiberin, die auf finanziell soliden Füssen steht», sagt Bernhard Schmid.

Schmid ist Vertreter der Arbeitsgruppe, die sich aus Stadtbehörden, Eltern und der Vermieterschaft zusammensetzt. Einen Namen möchte Schmid noch nicht nennen. Wenn alles nach Plan laufe, könnten die Krippenplätze ab Montag, 6. Mai, zumindest an einem der beiden Standorte wieder angeboten werden.

Fragezeichen hinters alte Management

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Schmid für die Kinderkrippe einsetzt. Als sich die Häsliburg vor knapp einem Jahr - nach einem Beitrag der TV-Sendung «Kassensturz» - mit Vorwürfen in Sachen Qualität ausgesetzt sah, gründete Schmid zusammen mit knapp 40 anderen Eltern die IG Pro Häsliburg, um der Institution das Vertrauen auszusprechen.

«Das Engagement damals war völlig richtig», hält Schmid fest. Denn die Arbeit der Krippen-Mitarbeiter - das würden nicht zuletzt die zahlreichen Online-Kommentare beweisen - sei immer sehr gut gewesen.

Hinter das Management und das Verhalten von Geschäftsführer Christian Eissengarthen setze er aber schon gewisse Fragezeichen. «Bei einem Krippen-Konkurs sind nicht nur die Mitarbeitenden betroffen, sondern sehr viele Eltern, deren Arbeitgeber und natürlich die Kinder. Ich hätte erwartet, dass man verantwortungsvoller mit der Geschäftsführung umgeht.»

Wieso nicht auf Eltern zugegangen?

Insbesondere könne er nicht verstehen, weshalb Eissengarthen, als sich die Probleme abgezeichnet hätten, nicht auf die Eltern oder die Stadt zugegangen sei. «In einer solchen Situation darf man hierfür doch einfach nicht zu stolz sein», so Schmid.

Christian Eissengarthen war für eine Stellungnahme weder telefonisch noch schriftlich erreichbar. Vermutlich hält er sich in Haute-Nendaz (Wallis) auf, wo seine Lebenspartnerin Hanny Weissmüller - auch sie war bei der Kinderhaus Häsliburg GmbH involviert - eine Firma für kaufmännische Dienstleistungen für KMU führt.

Dem ehemaligen Häsliburg-Geschäftsführer weht auf dem Onlineportal der Aargauer Zeitung ein rauer Wind entgegen. Von «verlogenem, skrupellosem Schaumschläger» über «Halunke» bis hin zur «Klage wegen ungetreuer Geschäftsführung» ist die Rede.

Beiträge wohl verloren

Vielen Eltern stösst sauer auf, dass sie im April - kurz vor Konkurseröffnung - noch ihre Beiträge für den Monat Mai bezahlten und dieses Geld wohl nie mehr sehen werden.

Laut Brigitte Häberle, Leiterin Fachstelle Familie bei der Stadt Baden, sei es allgemein üblich, dass Beiträge jeweils für den Folgemonat bezahlt werden. «Im konkreten Fall herrschte aber Unklarheit, wer die Beiträge erheben sollte, da die GmbH ja ursprünglich Anfang Mai in neue Hände hätte gehen sollen.»

All das hilft den betroffenen Eltern wenig. Sabine Diener hält stellvertretend fest: «Eissengarthen hat einfach immer alles schöngeredet - ich bin masslos enttäuscht.»