Wie die rund 100 Beizen der Badenfahrt 2017 aussehen werden, ist grösstenteils noch nicht öffentlich bekannt. Die Pläne der Ehrendinger Vereine, die gemeinsam eine Beiz betreiben werden, sind aber an der Gemeindeversammlung bereits präsentiert worden. Wobei auf den ersten Blick klar wird: Beim Raketenrampen-Projekt «Universus» von einer Beiz zu sprechen, wäre eine galaktische Untertreibung.

Man geht kein Risiko ein mit der Behauptung, dass «Universus» zu den gigantischsten Bauten der Badenfahrt zählen wird. Zwar ist noch nicht hundertprozentig gewiss, ob das Komitee grünes Licht für die Raketenabschussrampen-Beiz der Ehrendinger Vereine geben wird, und auch der Standort steht noch nicht definitiv fest. Doch Thomas Kaufmann vom «Universus»-Team geht zu 99 Prozent davon aus, dass vom 18. bis 27. August 2017 in der gewaltigen Stahlkonstruktion gespeist und getrunken werden kann.

Die eindrücklichen Zahlen von «Universus»: 42 Meter hoch wird das Gebäude, also fast so hoch wie das Badener Torre-Hochhaus. Die voraussichtlichen Baukosten werden derzeit noch eruiert.

Die visuelle Erscheinung entspricht einer Raketenabschussrampe, bestehend aus vier Stahlpfeilern, drei Plattformen, einem Lift und einer Rakete, die jeden Tag mit Rauch, Licht und Soundeffekten abgeschossen wird.

Auf der ersten Plattform, die sich rund fünf Meter über Boden befindet, wird eine Bar eingerichtet. Die beiden weiteren Ebenen befinden sich 39 respektive 42 Meter über Boden und beinhalten ein futuristisch anmutendes silbrig-weisses Restaurant mit 200 Plätzen beziehungsweise eine weitere Bar inklusive Bühne für Kleinkunst, etwa Comedy-Shows, Lesungen und Theateraufführungen. Ein Lift führt die Festbesucher in die beiden oberen Plattformen.

«Wir sind uns bewusst, dass es sich um ein ambitioniertes Badenfahrt-Projekt handelt, aber wir haben in Ehrendingen das Know-how für die Konstruktion eines solchen Bauwerks.» Kaufmann selber ist Kran-Experte, kennt sich also mit Statik aus. Auch ein Architekt gehört zum «Universus»-Team.

Der Gemeinderat Ehrendingen hat den Vereinen zugesagt, eine Defizitgarantie von 30 000 Franken ins Gemeindebudget 2017 aufzunehmen. Das OK ist aber noch intensiv auf der Suche nach potenten Sponsoren. «Natürlich gehen wir ein gewisses finanzielles Risiko ein, aber in der Regel macht man an der Badenfahrt zumindest nicht rückwärts», so Kaufmann.

«Auch kleine Projekte sind wichtig»

Das Badenfahrt-Komitee prüft derzeit alle Beizenvorschläge und befasst sich mit der Zuteilung der Standplätze. Badenfahrt-Präsident Adi Hirzel: «Es gibt einige grosse und im positiven Sinne verrückte Ideen wie das Raketenprojekt, aber auch ebenso viele kleinere, kreative Vorschläge.» Dem Komitee sei es wichtig, dass auch Vereine mit kleinerem Budget attraktive Plätze erhalten. «Die Badenfahrt soll nicht zu einem Fest des Gigantismus werden, sondern eine breite Palette von Beizen ermöglichen.» Auffällig sei auch diesmal wieder die grosse Verbundenheit der Region und Quartiervereine mit der Badenfahrt. Hirzel: «Fantastisch, wie viele tolle Projekte eingereicht worden sind.»

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Grafik: Elia Diehl