Ehrendingen

Ehrendinger Ammann: «Die Bevölkerung muss keine Angst vor Outlaws haben»

Ehrendingen - Das sagt Gemeindeammann Renato Sinelli über die Situation der Hells Angels und der Outlaws im Dorf

Ehrendingen - Das sagt Gemeindeammann Renato Sinelli über die Situation der Hells Angels und der Outlaws im Dorf

Mehrere Mitglieder des Motorradclubs Outlaws leben in der Gemeinde Ehrendingen – den Hells Angels gefällt das nicht. Gemeindeammann Renato Sinelli beruhigt: Nieman sei negativ aufgefallen. «Die Bevölkerung muss absolut keine Angst haben.»

Töffwetter herrscht in Ehrendingen nicht. Es regnet und ist kalt. Im Dorf ist nicht viel los. Weder Rocker in Lederkluft noch schwere Motorräder sind in Sichtweite. Von einem Bandenkrieg zwischen den verfeindeten Motorradclubs Hells Angels und Outlaws ist nichts spüren.

«Ich dachte eigentlich, das Thema sei beendet, doch diese Schlägerei im Pub in Baden scheint etwas anderes zu zeigen», sagt Gemeindeammann Renato Sinelli. Er zeigt auf das alte Holzhaus, bei dem im Juni 2010 die Schiesserei zwischen den beiden Motorradclubs stattgefunden hatte.

Ob es noch immer eine Niederlassung der Outlaws in Ehrendingen gebe, wisse er nicht. «Ich weiss nur von einem Outlaw, der hier wohnt», sagt Sinelli. Es leben schon Leute, die Motorräder haben, in der Gemeinde. Niemand sei aber bisher unangenehm aufgefallen. «Ich denke nicht, dass es in Ehrendingen noch einmal zu einem Zwischenfall kommt.» Die Bevölkerung müsse absolut keine Angst haben, beschwichtigt Sinelli.

Outlaw-Freund kritisiert Polizei

In einer Bar in Ehrendingen sitzt zufällig eine den Outlaws nahestehende Person. Er, der seinen Namen nicht nennen möchte, trinkt sein Bier und erzählt von seinen Freunden. «Ich kenne mehrere Mitglieder der Outlaws, die in Ehrendingen leben. Das sind zumeist Familienväter, die nichts mit Gewalt am Hut haben.» Sie lieben Hardrock, ihre Motorräder und gute Feste mit Bier und Wurst, sagt er. Er will nicht sagen, auf wieviele Personen er die Outlaws der Region schätzt und auch nicht, wo ihr Clublokal ist.

Es sei aber ruhiger um seine Motorradfreunde geworden nach der Schiesserei. Er sei zum Glück zu spät an die Gründungsversammlung gekommen und sei so während des Überfalls der «Hells» nicht dort gewesen. «Die ‹Hells› spielen sich als Chefs auf», moniert er. «Sie nehmen, was sie wollen.» Dass die Outlaws für eine Clubgründung zuerst die Hells Angels hätten fragen sollen, sei eine Verhöhnung. «Jeder hat doch die Freiheit, einen Club zu gründen.» Was die «Hells» tun, sei «Lausbubenzeugs».

Der Unbekannte in der Bar kritisiert auch das Vorgehen der Polizei: «Die müssen am richtigen Ort suchen und den Hells Angels mehr auf die Finger schauen und nicht die Falschen bedrängen.»

«Hells» wollen Outlaws wegdrängen

«Wir behandeln die Hells Angels und die Outlaws genau gleich», sagt Daniel Meier, Gruppenchef der Stadtpolizei Baden, auf den Vorwurf des Mannes an der Bar angesprochen.
Er bezeichnet diese gewalttätigen Aufeinandertreffen der Bikerclubs als «ein Spiel, das hin und her geht». Die Hells Angels würden alles daran setzen, die Outlaws aus der Schweiz zu verdrängen. «Einen Bandenkrieg wird es aber weder in Baden noch in Ehrendingen geben.» Die Polizei beobachte die Szene schon lange und habe auch Vermutungen, wo sich das Clublokal der Outlaws befinden könne. Es gibt bisher nur einen Ableger der Outlaws in der Schweiz: Die Outlaws Baden. Der nächste Hells-Angels-Club gebe es in Zürich.

Beide Clubs seien ähnlich strukturiert. Meier: «Das Problem vieler Mitglieder ist, dass sie unberechenbar werden, wenn sie sich beleidigt fühlen.»

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