Sie kaufe all ihre Weihnachtsgeschenke am Badener Adventsmarkt, sagt Judith Gysi aus Möriken. Für ihre Schwester, die in Toronto lebt, hat sie soeben einen bunten Schal am Stand der Stiftung Heimgarten erstanden. «Ich schaue, ob ich hier noch mehr Strick finde. Die Qualität überzeugt mich und ich schätze, dass alles in Handarbeit gemacht wird», so Marktbesucherin Gysi.

Ein paar Stände weiter laden leuchtende Papier-Stehlämpchen zum Verweilen ein. «Diese Lampen sind äusserst gefragt, genauso wie die süssen Monster aus Filz», betonen die Standbetreuer von der Stiftung Gärtnerhaus. Die grossen Monster halten etwa «Gschwellti» schön warm, die kleinen eignen sich als Hüter des Kleingelds fürs Parken. Necessaires, Einkaufstaschen oder Wäschekörbe aus gebrauchten Plastiktaschen gibts am nächsten Stand zu bestaunen. «Die ausrangierten Plastiksäcke werden erst zerschnitten, dann verwoben und vernäht», erklärt die Standbetreuerin der Stiftung Öko Job.

Für jeden Geschmack etwas dabei

Auch gebrauchte Textilien werden verarbeitet – aus ihnen entstehen Webteppiche. Gefragt sind zudem Dinkel- oder «Chriesistei»-Kissen, die es unter anderem beim Stand der Stiftung Pigna gibt. Egal, ob man nun auf der Suche nach Kerzen, Karten, Weihnachtsdeko, Schmuck, Holzspielsachen, Blech- oder Glas-Kreationen, Taschen oder anderem mehr ist, für jeden Geschmack dürfte etwas dabei gewesen sein. Denn wo man auch hinschaute: überall liebevoll von Menschen mit Beeinträchtigung hergestellte Produkte, die durch eine hochstehende Qualität überzeugen. Überzeugt haben dürften auch die verschiedenen Konzerte in der Stadtkirche oder die Theater in der Sebastianskapelle. Auch das leibliche Wohl kam wie gewohnt nicht zu kurz. Und mit Punsch oder Glühwein liessen sich die klammen Finger wunderbar aufwärmen.

Der grosse Aufwand lohnt sich

Die 100 Marktstände werden von rund 60 Sozialinstitutionen aus der ganzen Schweiz betrieben. Ins Leben gerufen wurde der Badener Adventsmarkt vor 27 Jahren durch die «IG Badener Adventsmarkt». Seit 11 Jahren führt die Arwo Stiftung in Wettingen den Markt durch. Die Standplätze sind begehrt – freie Plätze finden problemlos Nachfolger. Für die Arwo als Organisatorin ist der Aufwand dabei beträchtlich. Doch es sei eine gute Gelegenheit als Behindertenorganisation mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten und die Produkte und Dienstleistungen vorstellen zu können, begründet Arwo-Geschäftsleiter Roland Meier, warum man sich für den Erhalt des Badener Adventsmarkts einsetzt.