Dorfdepp, Tankstellenwart, Freund der Familie und nun plötzlich auch Ehemann und Liebhaber ohne sein eigenes Zutun: Michi Lustig (gespielt von Leo Jud), von allen nur liebevoll «Lumi» genannt, gerät mehr als nur einmal zwischen die Fronten, als unerwarteter Besuch bei der Familie Schmid auftaucht.

Dabei beginnt alles damit, dass Stefan Schmid (Rolf Etterlin), seines Zeichens erfolgloser Schriftsteller, dank seines Freundes Harry (Stefan Wächter) endlich einen Deal mit einem Verleger machen konnte. Um sich diesen zu sichern, begibt er sich an die Buchmesse nach Frankfurt. Kaum ist er weg, trifft die Mutter seiner Ehefrau Madelaine ein, die endlich einmal deren Mann kennen lernen wollte.

Lauter vertauschte Rollen

Um eine Ausrede verlegen, greift Madelaine zur Notlüge - Ersatz muss her, und somit wird der sich zufällig in der Wohnung befindende Lumi flugs zum Ehemann gemacht. Selbstverständlich bleibt dies nicht ohne Folgen, und als auch noch Simons Eltern sowie die Putzfrau in der Wohnung auftauchen, wird der Schneeball zur Lawine und das Chaos perfekt: Tanten werden zu Putzfrauen, Hausmeister zu Ärzten, und der unerwartet auftauchende Pfändungsbeamte wird als Poststellenleiter erkannt und ebenfalls hineingezogen.

Jeder trifft auf jeden

Der Plot folgt grundsätzlich der Struktur eines klassischen Schwanks, wie man sie auch beispielsweise von der «Kleinen Niederdorfoper» kennt. Spannend wird die Geschichte allerdings besonders dadurch, dass praktisch jede Person mindestens einmal auf alle Personen einzeln trifft. So wird das Netz der Beziehungen schnell vergleichsweise komplex, jede im Stück beteiligte Person hat ab einem bestimmten Punkt eine spezielle Beziehung zu den anderen.

So verbreiten sich die aus den vielen Missverständnissen spriessenden Theorien und Gerüchte, wie beispielsweise die vermeintliche Schwangerschaft Madelaines, mit enormer Geschwindigkeit.

Sehr überzeugende Darsteller

Im praktisch ausverkauften Saal des reformierten Kirchgemeindehauses lieferten die Schauspielerinnen und Schauspieler eine überzeugende Darbietung. Besonderen Applaus bekam Frau Berchtolt, die im Stück die Rolle der Hausmeisterin übernahm und erst zum zweiten Malauf der Bühne stand.

Mit Christian Bolzern als Regisseur begannen die Vorbereitungen im Mai, einige Monate später kamen dann die effektiven Bühnenproben hinzu. «Die einzige Sache, die manchmal etwas gestört hatte, waren die vielen Absenzen - doch schliesslich hat ja alles geklappt», sagte Bolzern.

«Reini Närvesach» am 24. und 25. Januar im ref. Kirchgemeindehaus Wettingen.