Baden

Ein Engländer will Baden mit U-Bahn von Verkehrslawine befreien

«Metro Baden»: Ab Mellingen-Heitersberg unterirdisch unter dem Nationalbahntrassee bis an die Gemeindegrenze von Wettingen; mit Ausbaumöglichkeiten nach Baden Nord.  zvg

«Metro Baden»: Ab Mellingen-Heitersberg unterirdisch unter dem Nationalbahntrassee bis an die Gemeindegrenze von Wettingen; mit Ausbaumöglichkeiten nach Baden Nord. zvg

Der Engländer Jonathan Crosby zeigt auf, wie mit einem grossen Wurf der Verkehr in Baden bewältigt werden könnte. Das Metro-Konzept entstand beim Tüfteln in der Freizeit. Dabei soll die Bahn ab Mellingen unterirdisch bis nach Wettingen führen.

Die Würfel sind schon fast gefallen: Das Projekt Schulhausplatz wird am nächsten Dienstag im Einwohnerrat Baden behandelt. Jonathan Crosby, britischer Staatsangehöriger, in Baden wohnhaft, hätte da noch eine andere Idee gehabt. «Ausser, dass ich in Baden wohne, habe ich keine Beziehung zum Thema Verkehr», schickt der 34-jährige Informatiker voraus. Sein Interesse sei sehr breit. «Gerne entwickle ich in der Freizeit Erfindungen und Ideen», sagt er. Wenn er täglich mit dem Velo am Stau vorbeifahre, habe er Zeit, um über Lösungen nachzudenken. So sei sein Metro-Konzept entstanden.

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Metro-Lösung in Etappen

Crosby lässt mit seiner Präsentation, die er auch schon bei der Stadt vorstellte, keine Zweifel offen: Jetzt müssten die Verkehrsplaner in andern Dimensionen denken, wenn sie nicht die Zukunft für grosse Würfe verbauen möchten. Sein Vorschlag ist die «Metro Baden» ab Mellingen unter dem Nationalbahntrassee immissionslos unterirdisch bis nach Wettingen zu führen. Das Trassee selber könnte als Spazierweg und Grünraum genutzt werden.

Während die Planer der Limmattal- bzw. Stadtbahn studieren, wie man am besten die Limmat überqueren könnte, hat Crosby bereits die Lösung: «Durch die Hochbrückenbögen.» Auf Wettinger Boden schlägt der Engländer eine Unterpflasterbahn vor: Die Metro würde im Tagbau in der Landstrasse erstellt. «Ein Grossteil der Strecke könnte in zwei Richtungen befahrbar gemacht werden.»

Sogar eine Verbindung ins Siggenthal

Crosby ist überzeugt, dass sich das Projekt etappenweise realisieren und später erweitern liesse. So wäre eine Verbindung via Baden Nord in Richtung Kappelerhof oder sogar ins Siggenthal denkbar. Mit der Metro müssten mehrere Parkhäuser an der Peripherie erstellt werden. Das Zentrum würde vom Verkehr entlastet und schneller erreichbar, zumal auch die Parkplätze reduziert werden könnten. Damit würde die Lärmsituation für die betroffenen Wohngebiete entlang der Einfallsachsen massiv verbessert. Der Engpass beim Bus- und Postautoverkehr am Bahnhof würde in Stosszeiten entschärft.

Die Situation werde mit dem neuen Schulhausplatz nur vorübergehend verbessert, ist Crosby überzeugt und zweifelt, dass die anstehenden Verkehrsprojekte, das Verkehrsmanagement Region Baden-Wettingen und allenfalls ein weiterer Strassentunnel zu einer nachhaltigen Lösung führen können.

Schulhausplatz trotz Bustunnel ein Flaschenhals

Die Kapazitäten am Bahnhof würden bald nicht mehr ausreichen, um den dichter werdenden Bus- und Postautoverkehr zu bewältigen, sagt Crosby. «Am Bahnhofplatz stehen sich die Busse zu Stosszeiten schon heute nahezu im Wege.»

Er befürchtet zudem, dass der Schulhausplatz trotz Bustunnel ein Flaschenhals bleibe, denn auch mit gesteigerten Kapazitäten würde man in Spitzenzeiten die künftigen Personenzahlen nicht mehr befördern können. Wenn sich Baden als Stadt der Ingenieure weiterentwickeln wolle, so brauche es eine zukunftsweisende Vision, damit Erreichbarkeit und Mobilität gewährleistet werden können, so Crosby.

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