Baden
Ein Familienkonzert ganz im Zeichen der Gans

Das Familienkonzert des Argovia Philharmonic entführte die Schauspielerin und Sängerin Fabienne Hadorn das Publikum in die Welt des Märchens: Zur Musik von Ravel ging es in die Welten des schlafenden Dornröschens oder des kleinen Däumlings.

Vera Frey
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Das Argovia Philharmonic mit Dirigent Kaspar Zehnder begleitet die Erzählerin Fabienne Hadorn.

Das Argovia Philharmonic mit Dirigent Kaspar Zehnder begleitet die Erzählerin Fabienne Hadorn.

Abtauchen in die Welt der Fantasie und dabei den Alltag um sich herum vergessen: Das ist es, was Märchen so faszinierend macht. Sie regen die Fantasie an und begeistern damit nicht nur die Kleinen, sondern ziehen viele Erwachsene ebenso in ihren Bann. So ging es auch dem musikalisch gewitzten Komponisten Maurice Ravel, als er 1809 «Ma mère l’oye» als Suite für Klavier zu vier Händen für die Kinder eines Freundes komponierte. In Frankreich ist die zugrunde liegende Märchensammlung genauso bekannt, wie bei uns die Brüder Grimm. Die «Mutter Gans» tritt dabei als Erzählerin auf.

Im Familienkonzert des Argovia Philharmonic, das unter der Leitung von Kaspar Zehnder auftrat, übernahm die Schauspielerin und Sängerin Fabienne Hadorn diese Rolle. Sie entführte die kleinen und grossen Zuhörer zur Musik von Ravel in die Welten des schlafenden Dornröschens, des kleinen Däumlings und einer Königstochter, die ein Porzellanfigurenreich regiert. Bei kleinen Fingerspielen und Kinderreimen wie «Joggeli söll ga Birli schüttle» konnten die Kinder sogar selbst mitmachen und wurden so zu einem Teil des Konzerts.

Ein Highlight für die Kinder war die extragrosse Bühne im Trafosaal, die es ihnen erlaubte, mit selbst mitgebrachten Kissen ganz nah beim Orchester und Fabienne Hadorn alias «Mutter Gans» zu sitzen. «Es war super, dass wir direkt bei der Geschichtenerzählerin und bei den Musikern sitzen konnten – so konnten wir sie gut beobachten beim Spielen und Erzählen», sagt zum Beispiel die neunjährige Samira nach dem Konzert und strahlt bis über beide Ohren.

Aber nicht nur beste Unterhaltung, sondern auch etwas Nachhilfe in Instrumentenkunde fügte sich ganz selbstverständlich ein: «Als ‹das Biest› aufgetreten ist, hat ein ganz tiefes Instrument gespielt – jetzt weiss ich, dass das ein speziell tiefes Fagott war. Wie es genau heisst, weiss ich jetzt aber grade nicht mehr.»

Während bei den ersten Stücken jeweils mit den Märchen vorgegeben war, was die Musik erzählen sollte, liess Hadorn der Fantasie der Kinder beim letzten Stück freien Lauf und versprach jedem Kind, das ihr nach dem Konzert eine eigene Geschichte dazu erzählt, eine ihrer Gänsefedern zu schenken. Das liessen sie sich natürlich nicht zweimal sagen und so war die Erzählerin schnell von einer grossen Kindertraube umgeben.