Auf dem Platz vor der Bezirksschule duftet es nach feinem Risotto, an den Tischen sitzen unzählige Wettingerinnen und Wettinger bei einem kühlen Getränk und warten auf die traditionelle Rede des Grossratspräsidenten. In diesem Jahr ist es Marco Hardmeier (SP), der eine spezielle Beziehung zur Gemeinde hat – Hardmeier ist Leiter der Primarschule Zehntenhof.
Bevor aber der Grossratspräsident das Wort ergreifen durfte, wandte sich Gemeindeammann Markus Dieth (CVP) an die Bevölkerung. Dabei thematisierte er Projekte und Herausforderungen für Wettingen – wie beispielsweise das Tägi und die Siedlungsentwicklung. Zudem liess er es sich nicht nehmen, den momentan herrschenden Diskurs zum Schweizerpsalm aufzunehmen: «Es beruhigt mich, dass 70 Prozent mit der momentanen Version der Nationalhymne zufrieden sind.»


Pakt des Zusammenstehens feiern


Kurz darauf ergriff Grossratspräsident Hardmeier das Wort. Er stellte gleich zu Beginn klar, dass er an dieser Stelle auf ebenjene Diskussion nicht eingehen werde: «Hierzu schweige ich heute konsequent.» Dafür nahm der höchste Aargauer Bezug auf die diesjährige Eröffnung des Gotthard-Basistunnels und dessen kulturelle Bedeutung. «Ein solcher Tunnel ist ein eindrückliches Zeichen des unablässigen Willens in unserem Land, als Willensnation immer wieder den Pakt des Zusammenstehens und der Zusammengehörigkeit nicht bloss am 1. August zu feiern, sondern auch ganz konkret und im Alltag zu leben.» Doch nicht nur Tunnels, sondern auch Brücken müsse man bauen – zwischen den Menschen, den Generationen, den Kulturen, den Sprachen und den politischen Einstellungen.


Anschliessend hielt der Grossratspräsident ein flammendes Plädoyer für die Freiheit. Diese entstehe nicht durch Kontrolle, sagte Marco Hardmeier, was auch in Momenten der Unsicherheit gelte: «Ich möchte Sie in aktuellen Zeiten der Verunsicherung, wo immer wieder sinnlose Gewalt und Fanatismus existieren, ermuntern: Halten wir gemeinsam, miteinander, die Freiheit hoch und an ihr fest und stehen wir für sie ein.»