Killwangen
Ein Friedensstifter für Schule: Volk entscheidet über Schulsozialarbeit

In Killwangen werden momentan rund 160 Schülerinnen und Schüler im Kindergarten sowie in der Unter- und Mittelstufe unterrichtet. Am 17. Juni entscheidet die Gemeindeversammlung über eine eigene Schulsozialarbeit.

Dieter Minder
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«Wir haben an der Schule in den letzten Jahren Situationen erlebt, bei denen wir externe Unterstützung benötigten», sagt Schulleiter Urs Bolliger. (Symbolbild).

«Wir haben an der Schule in den letzten Jahren Situationen erlebt, bei denen wir externe Unterstützung benötigten», sagt Schulleiter Urs Bolliger. (Symbolbild).

Christian Weisflog

An der Schule Killwangen soll die Schulsozialarbeit eingeführt werden. Den entsprechenden Antrag stellt der Gemeinderat der Gemeindeversammlung am 17. Juni. Als Partner für das Vorhaben hat Killwangen die Gemeinde Wettingen ausgewählt. In Killwangen werden momentan rund 160 Schülerinnen und Schüler im Kindergarten sowie in der Unter- und Mittelstufe unterrichtet.

«Ja, wir haben an der Schule in den letzten Jahren Situationen erlebt, bei denen wir externe Unterstützung benötigten», bestätigt Schulleiter Urs Bolliger. Künftig sollen solche Probleme zusammen mit der eigenen Schulsozialarbeit gelöst und vor allem präventiv vermieden werden. Von einer Notlage will Bolliger nicht sprechen, aber: «Die Situation hat sich mit der gesellschaftlichen Entwicklung verändert.»

Dabei komme es nicht nur zu Problemen zwischen Schülern und Lehrpersonen, sondern vor allem auch unter den Schülerinnen und Schülern. Es ist ein altbekanntes Phänomen, dass Einzelne von Schulkameraden an den Rand gedrängt werden. Das Kind wird zu einer Art Blitzableiter für alles Negative, das in einer Klasse geschieht. Ein weiteres Feld seien Konflikte innerhalb von Familien, die sich auf das Schulkind auswirken. Solche Situationen zu entkrampfen sei sehr schwierig und erfordere meist sehr viel Aufwand und Fingerspitzengefühl.

«Bisher haben die Lehrkräfte oder ich als Schulleiter interveniert, aber letztlich fehlen uns je nach Situation die entsprechenden Ressourcen oder Kompetenzen», sagt Bolliger. Deshalb sei es richtig, dass ein unabhängiger Spezialist zugezogen werden könne. «Wichtig ist, dass dieser nicht der Schule und damit der Schulpflege unterstellt ist. So können auch Eltern und Kinder mit ihren Anliegen direkt und in absoluter Vertraulichkeit an die Schulsozialarbeit gelangen.» Die Erfahrungen in den Nachbargemeinden, die schon länger eine Schulsozialarbeit anbieten, sind sehr positiv. So sei die Schulsozialarbeit auch in der Lage, Probleme zwischen Eltern zu bereinigen.

Es komme beispielsweise vor, dass Konflikte zwischen Kindern sich auf deren Eltern verlagern oder umgekehrt und so eine ganz neue Dimension erhalten. Sie zu lösen, erfordere einerseits viel Fingerspitzengefühl und andererseits vor allem andere Möglichkeiten. «Diese werden der Schule durch die Einführung der Schulsozialarbeit zur Verfügung gestellt», sagt Bolliger. «Wichtigster Bereich der Schulsozialarbeit ist jedoch die Prävention und die Beratung aller Beteiligter.» Damit werde die Zahl der Konflikte und schwierigen Situationen vermindert.

Arbeitsplatz im Schulhaus

Die Grundlagen für die Schulsozialarbeit hat die Gemeinde zusammen mit einer externen Beraterin und der Fachhochschule Nordwestschweiz erarbeitet. Dabei wurden verschiedene Anbieter in der Region evaluiert, aus denen Wettingen als optimaler Partner hervorging. Schliesslich resultierte daraus der Antrag an die Gemeindeversammlung. Die jährlichen wiederkehrenden Kosten sind auf 63 200 Franken veranschlagt. Damit soll die 40 Prozentstelle der Schulsozialarbeit bezahlt werden. Die Person wird im Schulhaus Killwangen arbeiten und somit für alle direkt ansprechbar sein.