Nun gut: Es ist immer einfacher, für Fehler hinzustehen, wenn man streng genommen gar nichts zu verantworten hat. Gleichwohl war es bemerkenswert, welch selbstkritischen Töne die drei neuen Freienwiler Gemeinderäte Urs Rey, Lucius Mathys und Othmar Suter (alle parteilos) am Info-Anlass am Dienstagabend anschlugen.

Eingeladen hatte der Gemeinderat um über die Themen Asylunterkunft, Schulraumplanung und Mobilfunkantenne zu informieren. Urs Rey hatte eine für viele wohl überraschende Information bereit. Die geplante Asylunterkunft im Gebiet Maas – hierfür wurde das Land schon umgezont – wird vorläufig nicht realisiert. Somit braucht die Gemeinde auch einen Grossteil des für die Container-Unterkunft gesprochenen Kredits in Höhe von 350 000 Franken nicht anzufassen. Rey begründete den Verzicht mit stark rückläufigen Asyl-Gesuchen. Vorläufig könne die Gemeinde das Aufnahmekontingent erfüllen, da man mit den Gemeinden Siglistorf und Kaiserstuhl Kooperationen eingegangen sei. In Zukunft bevorzuge die Gemeinde aber Lösungen, bei denen Asylsuchende bei Privaten aufgenommen werden. Urs Rey geht dabei mit gutem Vorbild voran. Er und seine Frau haben bei sich einen jungen Mann aus Afghanistan aufgenommen und investieren viel in seine Betreuung. Denkbar sei auch, dass die Gemeinde eine Wohnung kaufe, die künftig für die Unterbringung von Asylsuchenden diene.

Provisorium auf Wiese geplant

Als Zweites informierte Bildungsvorsteher Lucius Mathys über «Herausforderungen» im Schulbereich. Man sei in Sachen Infrastruktur und Raumangebot jetzt schon am Limit. Weil in Freienwil bald gegen 50 weitere Wohnungen entstehen sollen, rechne die Gemeinde mit weiteren Kindern – was grundsätzlich sehr erfreulich sei. Doch es brauche mehr Schulraum. Weil aber nicht absehbar sei, ob in ein paar Jahren wieder deutlich weniger Kinder in Freienwil unterrichtet werden, wolle man nicht fixe Schulhäuser bauen, sondern denke eher an ein Provisorium. Geht es nach den Plänen der Gemeinde, soll dieses auf der Wiese hinter dem Milchhüsli zu stehen kommen.

Auch diese Pläne wurden grundsätzlich wohlwollend aufgenommen. Einzig Reto Wäger, Präsident der IG Weisser Wind, gab zu bedenken, dass es auch im umgebauten Gasthaus noch einen geeigneten Raum für ein Klassenzimmer gebe. Dies umso mehr, als auf der Wiese Angebote für die im «Weissen Wind» domizilierte Kinderkrippe angedacht seien.
Gespannt warteten die Anwesenden zum Schluss auf die Ausführungen von Othmar Suter zur geplanten Mobilfunkantenne beim Dorfeingang. Weil gegen das Vorhaben zahlreiche Einwendungen eingegangen waren, sistierte der Gemeinderat das Vorhaben.

Suter wies darauf hin, dass eine Ablehnung des Gesuchs wenig Sinn mache, da die Swisscom den Fall wohl an die nächste Instanz weiterziehen würde und die Erfolgsaussichten für den Telekomanbieter wohl ziemlich gross wären. Ja, es seien im ganzen Verfahren wohl Fehler passiert, der Gemeinderat habe sicher auch schlecht kommuniziert und die Bevölkerung nicht genug und vor allem nicht genügend früh abgeholt. Aber es sei unbestritten, dass der Handyempfang in Freienwil verbessert werde müsse. Dies bekräftigten denn auch nicht wenige Befürworter, die sich erstmals aus der Deckung wagten. Die Gemeinde werde jetzt zusammen mit Swisscom alternative Standorte suchen und prüfen, sagte Suter.