Nach nur einem guten Jahr Umbauzeit gab es diese Woche an der Haselstrasse 18 in Baden etwas zu feiern: Im denkmalgeschützten ehemaligen Zentrallabor der Brown, Boveri & Cie. fand die Schlüsselübergabe an Ansaldo Energia Switzerland statt. Die Tochtergesellschaft des italienischen Energiekonzerns aus Genua bezieht hier ab Anfang Mai ihren neuen Sitz auf fünf Etagen. Das frisch renovierte Gebäude gehört Kirkbi Real Estate, und damit den Erben des dänischen Lego-Konzerns.  

Die Familie Kristiansen hat es wie auch das ehemalige BBC-Gebäude am Kreuzweg 11, jenseits des Trafoplatzes, vor kurzem gekauft. Der Badener Jürg Altorfer ist Verwaltungsrat bei Kirkbi AG. Er freute sich als Einheimischer ganz besonders, am Donnerstag die Gäste aus Nah und Fern zu begrüssen: «Wenn ich mich umsehe, stelle ich fest: Wir stehen in einem schönen, modernen Gebäude mit einem alten Gerippe. Das Haus ist ein Baudenkmal der Stadt Baden.»

Die Familie Kristiansen habe ganz bewusst auf die beiden Industriedenkmäler in Baden gesetzt: «Kirkbi ist nicht an einem kurzfristigen Erfolg interessiert», sagte Altorfer. «Die Familie denkt in Generationen und wählt ihre Investitionen auch so aus. Deshalb gehe ich davon aus, dass Kirkbi noch lange in Baden engagiert sein wird.»

Vom Engagement der Dänen profitiert insbesondere Ansaldo. Der Gasturbinenhersteller hatte seinen Schweizer Sitz bisher in den ehemaligen ABB-Pavillons an der Römerstrasse, in denen in naher Zukunft aber Wohnungen entstehen. Hätte es das frisch sanierte Kirkbi-Gebäude an der Haselstrasse nicht gegeben, wäre Ansaldo mit seinen rund 400 Mitarbeitern wohl aus Baden weggezogen. Nicht zuletzt dank der Standortförderung der Stadt und des Kantons kam die Partnerschaft zustande.

Sprachloser Chef

Von den Büros und der Dachterrasse im fünften Stock des Hauses hat man eine herrliche Aussicht über die Dächer von Baden, auf den Schartenfels und die Alpen. «Davon werden vor allem meine Mitarbeiter profitieren», sagte der sichtlich erfreute Jürg Schmidli, VR-Präsident und Geschäftsführer von Ansaldo Schweiz, und lachte. «Ich habe mein Büro im Erdgeschoss.»

Kurz sprachlos war Schmidli, als er ein Geschenk von den Hausherren bekam: eine Gasturbine, komplett aus Lego in Dänemark gebaut, bis ins Detail nach Originalplänen von Ansaldo. Als Gegengeschenk gab es Aargauer Wein: «Damit ihr nicht vergesst, dass wir auch Wein machen können, nicht nur Gasturbinen», wie Schmidli sagte.

Bruno Koller, der das Schweizer Immobiliengeschäft von Kirkbi führt, sagte mit einem Augenzwinkern: «Sie sehen, was wir gerne machen: alte Hütten auf Vordermann bringen.» In gut einem Jahr sei das Gebäude fast komplett entkernt und 250 Tonnen altes Material entfernt worden. Gleichzeitig wurden das verglaste Treppenhaus und die Fassade von 1956 detailgetreu saniert, das Haus erhielt statt Lamellenstoren wieder schöne Stoffmarkisen und damit sein ursprüngliches Erscheinungsbild zurück.

Für Ansaldo Schweiz gibt es indes noch weitere gute Neuigkeiten: Vor kurzem wurde die erste neue Gasturbine verkauft. Sie wird in einem Betrieb in Venedig zum Einsatz kommen.