Mellingen

Ein halbes Leben und mit Herzblut für die Steuererklärungen

Ein letzter Blick aus dem Fenster des Büros. Der scheidende Steueramtsvorsteher Moritz Maspoli.cfr

Ein letzter Blick aus dem Fenster des Büros. Der scheidende Steueramtsvorsteher Moritz Maspoli.cfr

Steueramtsvorsteher Moritz Maspoli geht nach 35 Jahren in Pension. Damals hätte er nicht gedacht, dass er so lange bleibt. Zukunftspläne hat er bereits einige geschmiedet: So will er einmal mit dem Camper durch Norwegen kurven.

«Ich wollte eigentlich nur mal reinschauen, ins Steuerwesen», sagt Moritz Maspoli, Steueramtsvorsteher in Mellingen. Aus den geplanten drei Jahren wurden dann 35.

Heute geht diese Ära zu Ende - Moritz Maspoli lässt sich vorzeitig pensionieren. Aber nicht etwa, weil ihm die Arbeit nicht mehr gefallen würde. Im Gegenteil: Bis zum letzten Tag ist er mit Herzblut bei der Sache - sogar wenn es darum geht, die Schränke und Schublade für seinen Nachfolger Michael Wernli zu reinigen.

Am 1. Oktober hat der neue Steueramtsvorsteher seine Stelle angetreten. Die gemeinsame Zeit nutzten sie für eine saubere Übergabe. «Ich bin froh, dass wir jemanden gefunden haben, der das, was ich hier an Vertrauen und Kundenfreundlichkeit aufgebaut habe, auch weiterpflegen wird», sagt der 63-Jährige.

Ein Kränzlein für die Mitarbeiter

Nicht nur seinem Nachfolger windet er ein Kränzlein, sondern auch seinen Mitarbeitenden, allen voran seiner Stellvertreterin Jolanda Meyer-Steigmeier, die ihre Sache sehr gut mache. Dieses schöne Miteinander wird er denn wohl auch ein wenig vermissen - wenn auch nicht sofort. «Wir gehen im November für drei Wochen auf eine Vietnam-Kambodscha-Rundreise. Merken, dass nun ein neuer Abschnitt begonnen hat, werde ich wohl erst, wenn wir zurück sind und ich am Montag nicht mehr zur Arbeit gehen muss.»

Moritz Maspoli nimmt viele schöne Erinnerungen an die letzten 35 Jahre mit. Mellingen sei ein dankbares Pflaster. «Ich zeichnete nebst dem Steuerwesen auch für die AHV-Zweigstelle verantwortlich, durfte auch bei dieser Tätigkeit viel Schönes erleben - Dankbarkeit und Befriedigung.»

Er habe immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Senioren gehabt und nicht selten habe er sie überreden müssen, sich doch für die Ergänzungsleistungen, die ihnen zustünden, anzumelden. Heute sei man dazu schon eher bereit, betont er.

Nie wieder Zeitdruck

Der 63-Jährige wird seinen neuen Lebensabschnitt dazu nutzen, um seine Hobbys zu pflegen. Im Winter stehen Schneeschuhlaufen und Skifahren auf dem Programm, im Sommer Velofahren und Bergwandern. Und er wird sich erlauben, später aufzustehen und in aller Ruhe die Zeitung zu lesen. Zudem wird er wieder Zeit haben, Köstliches für sich und seine Frau Béatrice aus der Pfanne zu zaubern.

Besonders freut er sich darauf, irgendwann einmal einen Camper zu mieten und so lange, wie es Spass macht, durch Norwegen zu kurven. Auch eine längere Fahrradtour entlang der Nord- und Ostseeküste schwebt ihm und seiner Frau vor. Ebenfalls mit dem Ziel, ohne Zeitdruck Land und Leute zu geniessen. Den Kontakt zum Steueramt Mellingen wird er weiter pflegen. «Ich werde meine Steuererklärungen immer persönlich vorbeibringen», sagt er und schmunzelt.

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