Dättwil

Ein harter Wettkampf der Schreiner-Elite in Dättwil

Am Samstag massen sich die besten Schweizer Jungschreiner bei der Vorausscheidung zur Schweizermeisterschaft. Die Vorausscheidungen sind Wettkämpfe, in denen alle neun Jungschreiner gegeneinander antreten.

„Los!" Der Ruf schallt durch die Räume der Schreinerei Glaeser Baden AG in Dättwil. Sofort schnappen sich neun junge Männer in dunkelgrünen T-Shirts Holz und Hammer und beginnen zu Schreinern, was das Zeug hält. Sie bilden die Schweizer Schreiner Nationalmannschaft und nehmen in Dättwil an der zweiten von drei Vorausscheidungen für die Schweizermeisterschaft teil.

„Es ist wichtig, ruhig zu bleiben und die Arbeit Schritt für Schritt zu machen. Man darf nicht hasten, sonst macht man Fehler", erklärt Jungschreiner Reto Mösli. Er und seine acht Konkurrenten messen sich an den Vorausscheidungen jeweils im Wettkampf und im Power-Schreinern, wobei insbesondere Präzision gefragt ist.

Hände statt Maschinen

Beim Power-Schreinern muss ein Objekt möglichst schnell und präzise nach Plan geschreinert werden. Die Teilnehmer erhalten die Pläne im Voraus und können sich auf die Aufgabe vorbereiten. Dabei soll besonders der Einsatz von Werkzeug geschult werden, erklärt Trainer Thomas Vogler: „Heutzutage wird leider viel zu viel an Maschinen gearbeitet. Handwerk ist kaum mehr gefragt."

An den Meisterschaften seien die Asiaten den Schweizern in dieser Hinsicht voraus. „Das soll sich ändern", so Vogler. Deshalb organisiert der Schreiner-Verband VSSM die Trainingswettkämpfe. Hier Üben die Jungschreiner ihr Handwerk und ihre mentale Stärke. Dieses Training ist laut Vogler nämlich nicht zu unterschätzen: „Diese Wettkämpfe werden auf der mentalen Ebene ausgefochten. Auf der Handwerklichen sind alle Neun etwa gleichauf.

Wer aber mental stärker ist, wird sich heute zeigen." Die Jungschreiner müssen lernen, unter Beobachtung zu arbeiten, „Denn an der Weltmeisterschaft werden rund 1000 Besucher ihnen auf die Hände schauen. Da ist höchste Konzentration gefragt."

Zweifacher Sieger aus Jonschwil

Konzentriert sind die jungen Männer jetzt schon. Während die einen feilen und sägen, tropft den anderen beim Hämmern der Schweiss von der Stirn. Hundert Punkte gilt es zu gewinnen. Punkte, die dann in das Schlussergebnis der Schweizermeisterschaft vom November mit einfliessen. Die dortigen Sieger dürfen die Schweiz schliesslich an den Berufsweltmeisterschaften 2013 in Leipzig vertreten.

„Das ist eine grosse Ehre für die Sieger", so Andres Loosli vom VSSM. Wer bei den Vorausscheidungen die Nase vorn hat, ist klar: Prisco Egli aus Jonschwil SG erreichte beim ersten Trainingswettkampf auf dem Bürgenstock, wie auch am Samstag in Dättwil den ersten Platz. Neben den Punkten für die Schweizermeisterschaft durfte er auch ein Design-Möbel mit nach Hause nehmen.

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