Ein Hörspiel, das die Welt verbessern soll

Die Ennetbadener Musikerin Cathryn Lehmann hat ihr erstes Hörspiel für Kinder erstellt.

Larissa Gassmann
Drucken
Teilen
Die Illustrationen stammen ebenfalls von der Musikerin. Cathryn Lehmann erfüllt sich mit dem Projekt einen Traum.
2 Bilder
Die Illustrationen stammen ebenfalls von der Musikerin. Cathryn Lehmann erfüllt sich mit dem Projekt einen Traum.

Die Illustrationen stammen ebenfalls von der Musikerin. Cathryn Lehmann erfüllt sich mit dem Projekt einen Traum.

Bild: zvg Bild: Sandra Ardizzone

Sie singt, sie leitet einen Kinderchor und nebenbei hat sie schon zahlreiche Bands gegründet: Die Ennetbadenerin Cathryn Lehmann ist ein Multitalent. Nun hat die 47-Jährige nach mehreren Musikalben ihr erstes Hörspiel für Kinder veröffentlicht. Mit «D Reis vo dr Kelonya» erschien Anfang Monat eine Mundartgeschichte über die Abenteuer einer Meeresschildkröte. Aufmerksam machen will Lehmann damit auf die fortschreitende Verschmutzung der Meere – allerdings ohne sich dabei als Moralapostel aufzuspielen. «Es ist uns sehr wichtig, dass wir nicht mit dem mahnenden Zeigefinger auf die Problematik aufmerksam machen, sondern unseren Fokus auf die Hoffnung und die positiven Aspekte legen», sagt sie.

Eine Expertin wurde mit an Bord geholt

Mit dem Projekt erfüllte sich Lehmann einen lange gehegten Traum. Nach den letztjährigen Festspielen in Ennetbaden, wo sie mit ihrem langjährigen musikalischen Vertrauten Thom Wettstein nebst Songs auch gesprochene Texte aufnehmen durfte, kam die Initialzündung. Als Autorin und Singer-Songwriterin steckte Lehmann monatelange Arbeit in das Projekt. Beim Schreiben wurde der zweifachen Mutter schnell klar, dass gewisse Umweltthemen angesprochen werden müssen. «Die ganze Umweltproblematik geht an keinem vorbei. Wir als Familie überlegen uns immer wieder, was wir dazu beitragen können, damit gewisse Sachen besser werden», sagt sie.

Damit im Hörspiel alles seine Richtigkeit hat, wurde eine Meeresexpertin an Bord geholt. So kümmert sich die Ozeanografin Karen Kienberger um den auf der Website kelonya.ch aufgeschalteten Blog und die Hintergrundinfos. «Wir haben gemerkt, dass wir wissenschaft­liches und fundiertes Know-how benötigen, damit wir keine Halbwahrheiten verbreiten. Die Kinder sollen etwas lernen können», sagt Lehman.

Geplante Präsentation fiel ins Wasser

Zu ihrem Team gehören nebst Thom Wettstein auch sein Bruder Steve sowie Fabienne-Alexia Müller. Als ehemalige Backgroundsängerin von Seven und Philipp Fankhauser besitzt Lehmann gute Kontakte. So wirkten unter anderem Nina Havel, Christian Ertl, Sänger der Ellis Mano Band, oder Morò, Sänger von Fusion Square Garden, am Projekt mit. Im Januar wurde das 50 Minuten dauernde Hörspiel aufgenommen. Eigentlich wäre eine Präsentation am Eröffnungsfest des Badener Plastikexperiments angedacht gewesen. Dieses fiel aber durch den Lockdown ins Wasser. Um die Öffentlichkeit trotzdem auf das Hörspiel aufmerksam zu machen, hat sich das Team dazu entschieden, «D Reis vo dr Kelonya» über Facebook zu promoten. Auf der eigenen Website erhältlich, soll das Hörspiel die perfekte Unterhaltung in Zeiten der Pandemie sein. «Die Kinder sind derzeit viel zu Hause, können sich auf diese Weise sinnvoll die Zeit vertreiben. Zusätzlich sind all unsere Lieder fröhlich und aufstellend», sagt Lehmann. Sie selbst vertreibt sich die Zeit mit Zeichnen. Von Anfang an war klar, dass auf das Hörspiel ein Bilderbuch zur Geschichte folgen soll. Überrascht vom guten Ergebnis ihrer Skizzen, übernahm sie die Illustration gleich selbst. «Das war meine grösste Erkenntnis im letzten Jahr. Als die Skizzen immer ausgereifter wurden, hat mich das wahnsinnig gefreut. Offenbar hat etwas in mir geschlummert, das ich all die Jahre habe verkommen lassen», sagt sie.

Ziel ist es nun, das Projekt in einem nächsten Schritt durch die Gründung einer GmbH zu institutionalisieren. Ausser der Meeresschildkröte Kelonya sollen noch viele andere Tiere ihre ganz eigene Geschichte erzählen können. Immer im Fokus sollen dabei Werte wie Mut, Durchhaltewillen und Achtung vor der Tierwelt stehen.

Aktuelle Nachrichten