Baden
Ein Jahr Grossbaustelle Schulhausplatz: Wir zeigen den Fortschritt im Zeitraffer

Seit einem Jahr ist der wichtigste Verkehrsknoten von Baden eine Baustelle. Doch das Gewerbe leidet und sehnt das Ende der Bauarbeiten auf dem Schulhausplatz herbei. Unser Video zeigt die Fortschritte im Zeitraffer.

Roman Huber
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Das Positive vorweg: Es läuft am Schulhausplatz um einiges besser als befürchtet. Das gilt für die Bauarbeiten wie auch für das reduzierte Verkehrsregime, das sich bewährt hat. Die Bilanz nach rund einem Jahr Bauzeit wird von denjenigen, die am meisten betroffen oder involviert sind, als positiv bezeichnet. Man sei im Fahrplan, heisst es bei der Projektleitung.

Der Schlossbergtunnel ist weitgehend saniert. Aktuell laufen die Aushubarbeiten für den Bustunnel und die Abbrucharbeiten bei der Unterführung Glas und in der Tunnelgarage.
Wenn es sich auch um ein kantonales Projekt handelt, so ist die Rolle des städtischen Projektleiters Martin Koch, Leiter Tiefbau, nicht unbedeutend.

«Wir wollen transparent und zeitgerecht über Veränderungen informieren, das ist manchmal eine Herausforderung», erklärt Koch. «Beispielsweise beim Schulanfang, bis alle Kinder wissen, welche Wege sie gebrauchen sollen, beim Verschieben von Bushaltestellen und bei neuen Verkehrsphasen grundsätzlich, aber auch über die unumgänglichen Nachtabarbeiten, die auch für die Anwohner eine Herausforderung bedeuten.»

Bus kommt voran – das Gewerbe leidet

Fredy Arndt, Betriebschef bei der Regionalen Verkehrsbetrieben Baden-Wettingen (RVBW), ist zufrieden, wie man den Schulhausplatz bis jetzt gemeistert habe. Schwerpunkte, die es zu bewältigen gilt, sind die Mellingerstrasse, wo es stadteinwärts immer wieder zu Verspätungen kommt sowie auf der Bruggerstrasse auf dem Siggenthaler-Ast stadtauswärts. «Wir haben zusätzliche Fahrzeuge im Einsatz», erklärt Arndt.

Mit dem RVBW-App oder über die Homepage würden die Fahrgäste zeitnah über Verspätungen orientiert. Allerdings bezeichnet Arndt die Baustellen-Situation als sehr sensibel: «Kommt es anderswo zu Stausituationen wie auf der Autobahn oder durch kurzfristige Baustellen, dann treten Schwierigkeiten auf.»

Metzgermeister Thomas Müller schickt sich in die Situation, nimmt aber kein Blatt vor den Mund: «Die Baustelle bereitet uns Probleme und wir müssen uns bei den geringeren Umsätzen einschränken», sagt Müller. «Die Stammkunden kommen nach wie vor zu uns, doch wir spüren, dass mit der Baustelle die Kundschaft aus Dättwil und Rütihof wie abgeschnitten ist», sagt Müller. Auch der Güterumschlag am Kirchweg sei problematisch. Er tue sich schwer damit, dass die Polizei nicht mehr Kulanz zeige bei den Ordnungsbussen.

Die Lieferungen würden wegen der Umwege länger dauern, sagt Müller. Er versteht nach wie vor nicht, dass das betroffene Badener Gewerbe keine Sonderbewilligungen für direkte Anlieferungen erhalten könne. Zusätzlich habe er auch das schlechte Wetter gespürt: «Das war wirklich kein Grillwetter», meint der Metzgermeister. Laut Müller müsse man die Situation möglichst gut meistern. So beliefert Müller beispielsweise auf Bestellung das Chrättli in der Allmend, wo seine Fleischwaren abgeholt werden können.

«Der positive Baufortschritt und die Feststellung, dass die Staus nicht grösser als vor Baubeginn sind, motivieren», sagt Thomas Lütholf, Leiter Standortmarketing. Das sei mit Blick auf die nahende Baustellen-Halbzeit für die lokale Wirtschaft, die Bevölkerung und die Gäste eine wertvolle Erkenntnis.

Entgegen gewisser Erwartungen sei der Verkehr selten zum Erliegen gekommen, sagt Polizeichef Martin Brönnimann. Notmassnahmen im eigentlichen Sinne mussten nie ergriffen werden. «Nach der einen oder andern Anlaufschwierigkeit hat sich aus unserer Sicht die Verkehrssituation stabilisiert», erklärt Brönnimann.

Es sei eine Herausforderung, die Ansprüche der verschiedenen Verkehrsteilnehmer zu erfüllen. Die Autolenker würden sich – abgesehen von den Schleichwegfahrern – grossmehrheitlich diszipliniert verhalten. Einen Wunsch hätte er an die Adresse gewisser Velofahrer und Fussgänger: «Es wäre wünschenswert, wenn sich alle an die Fahr- und Querungsverbote halten würden.» Mit den Kontrollen auf den Schleichwegrouten wolle man nicht einfach Bussen einkassieren, sondern mehr Disziplin erreichen.

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