Ehrendingen
Ein Konzert mit anspruchsvollen Rhythmen in der Ehrendinger Kirche

Bereits zehn Minuten vor Konzertbeginn boten die Kirchenreihen nur noch vereinzelte Plätze. Zusammen mit dem Kammerorchester 65 (K65) und drei jungen Hornisten bot Organist Jonas Herzog beim Ehrendinger Kirchenkonzert musikalische Unterhaltung auf hohem Niveau.

Vera Frey
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Die Musiker spielen barocke und romantische Musik. (vef)

Die Musiker spielen barocke und romantische Musik. (vef)

Mit dem Orgelkonzert op. 7 Nr. 1 eröffnete Jonas Herzog zusammen mit dem Kammerorchester 65 unter der Gesamtleitung von Alexandre Clerc das musikalische Feuerwerk an dritten Adventssonntag. Als einziges von 16 Orgelkonzerten wurde dieses Konzert vom Komponisten selbst mit einer Pedalstimme versehen. Dies nahm Organist Herzog zum Anlass, bei seinen Registrierungen aus dem Vollen zu schöpfen.

Georg Philipp Telemann schrieb einige Werke für bis zu vier Solohörner und Orchester – allesamt barocke Meisterwerke, die viel zu selten im Konzert gehört werden können. Mit Pascal Deuber, Alessandro Viotti und Remo Leitl konnten sich beim aufgeführten Werk für drei Hörner, Solovioline und Orchester drei junge, sehr talentierte Hornisten präsentieren.

Auch das K65 bewies einmal mehr sein hohes musikalisches Niveau. Das Zusammenspiel funktionierte sowohl unter den Solisten wie auch mit dem Orchester hervorragend und erzeugte ein sehr harmonisches Klangbild, welches die Zuhörerinnen und Zuhörern mit entsprechendem Applaus belohnten.

Stehende Ovationen am Schluss

Ausser seinen «Planeten» werden die Werke des englischen Komponisten Gustav Holst im Konzert eher stiefmütterlich behandelt. Umso erfreulicher ist es, wenn eine Perle wie die «St. Pauls Suite» für Streicher in diesem Rahmen erlebt werden darf. Bereits der erste Satz – ein Jig – erfordert von den Ausführenden ob der anspruchsvollen, wechselnden Rhythmik höchste Konzentration. Das Finale, bei dem Holst die zwei bekannten Volkslieder «Dargason» und «Greensleeves» miteinander verknüpfte, wurde zu einem Höhepunkt des Konzerts und bereitete nicht nur den Zuhörenden, sondern auch den Musikern und Dirigent Alexandre Clerc sichtlich Spass.

Zum Abschluss des Konzerts präsentierte sich noch einmal die Ehrendinger Orgel und Jonas Herzog in voller Pracht. Was beim barocken Konzert von Händel fast zu viel war, passte beim romantischen Orgelkonzert des ebenfalls Deutschen Komponisten Joseph Rheinberger perfekt. Nach den schwelgenden Harmonien, lyrischen Melodiebögen und mit Unterstützung der drei Hörner im Orchester ging das Kirchenkonzert verdient mit tosendem Applaus und Stehenden Ovationen zu Ende. (vef)

Nächste Veranstaltung der Ehrendinger Kirchenkonzerte: Sonntag, 23. März 2014, 17 Uhr. Orgelkonzert mit Prof. Mario Perestegi, Zagreb. Mitwirkend: Männerchor Endingen-Döttingen.