Nussbaumen
Ein Leben lang auf der Suche nach Liebe

Die Schauspielerin Hanna Scheuring hat sich auf die Spuren von Marilyn Monroe begeben – und dabei Neues entdeckt. Mit ihrem Solostück «Love, Marilyn» kehrt sie auf die Bühne zurück.

Rosmarie Mehlin
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Hat 30 Bücher über Marilyn Monroe zu Hause: Schauspielerin Hanna Scheuring. zvg

Hat 30 Bücher über Marilyn Monroe zu Hause: Schauspielerin Hanna Scheuring. zvg

In den 90er-Jahren wurde sie als Vreni in der Sitcom «Fascht e Familie» prominent. Zehn Jahre davor hatte Regisseur Mark M. Rissi sie für seinen Film «Die schwarze Spinne» engagiert. Da war Hanna Scheuring aus Nussbaumen gerade mal 18-jährig, hatte in Baden die Handelsschule abgeschlossen und daneben in verschiedenen Schüler- und Jugendtheatergruppen mitgemacht.

Mit einer vierjährigen Ausbildung am Konservatorium für Theater in Bern hatte sie schliesslich ihren Traum verwirklicht und anschliessend ihre Lehr- und Wanderjahre als Schauspielerin an verschiedenen Theatern in Deutschland absolviert. Inzwischen ist Scheuring freiberuflich tätig, hatte 2010 mit «Grönland», das der Autor Hansjörg Schertenleib für sie geschrieben hatte, ihr erstes Solo-Programm auf die Bühne gestellt. Darin war sie im März letzten Jahres auch im Badener ThiK zu Gast.

Keine Monroe-Show

Dorthin kehrt sie nun zurück mit «Love, Marilyn» – einem Solostück, das sie selber geschrieben hat: «Ich kannte die Monroe natürlich so, wie sie die meisten kennen, als naives sexy Dummchen. Als ich aber angefangen habe, mich mit ihr richtig auseinanderzusetzen, entdeckte ich eine hochbegabte, neurotische Frau, die ihr ganzes Leben nur auf der Suche nach einem, nach Liebe war.» Scheuring hat Monroes Buch «Tapfer lieben», unzählige Biografien über die Schauspielerin gelesen und auch den Roman «Blond», in dem die amerikanische Autorin Joyce Carol Oates fiktiv Marilyns Leben erzählt.

«Ich habe über 30 Bücher über Marilyn zu Hause, aber für das Stück habe ich mir auch meine eigenen Geschichten ausgedacht.» Denn auf der Bühne steht Scheuring nicht als Marilyn, sondern als Sarah, die in einer psychiatrischen Klinik sitzt und sich so stark mit Marilyn identifiziert, dass sie sich manchmal fast auflöst und zu Marilyn wird. «Regisseur Jean Grädel und ich haben sehr daran gefeilt, dass das Stück keine Monroe-Show wird.

Es war eine grosse Herausforderung, nicht in die Marilyn-Klischees zu rutschen.» Es sei, betont die 47-Jährige, «eine lustige Tragödie» geworden, in der sie auch singt, am Klavier alternierend begleitet von Till Löffler und Daniel Fueter. «Die Lieder, die wir zum Teil alle kennen – wie «I wanna be loved by you» oder «Diamonds are a girls best friend» – die Geschichte dieser grossen Schauspielerin, die im Grunde wie ein verletztes, kleines Kind war, das eine Sex-Ikone spielt, ist zugleich unterhaltsam und berührend. Ich glaube, wir sind doch alle auf der Suche nach Liebe – innen wie aussen», schliesst die ebenso aufgestellte wie tiefsinnige Nussbaumerin.

«Love, Marilyn» im Badener ThiK am Mittwoch, 6. Nov., und am Samstag, 9. Nov., jeweils 20.15 Uhr.