Es ist schade, dass die Post schliesst, darunter leiden besonders Leute, die nicht mehr gut zu Fuss sind», war am Samstag eine der häufigsten Äusserungen vor der Post Killwangen. Viele Leute nutzten die Gelegenheit, um noch einmal einen Brief oder ein Paket aufzugeben oder eine Einzahlung vorzunehmen. Vom Montag an müssen die Bewohner vor Killwangen ihre Postgeschäfte in Spreitenbach erledigen.

Der frühere Posthalter Giuseppe Galfetti und Karl Widmer verteilten den Postkunden die neueste Ausgabe der Wirtschaftszeitschrift Bilanz. Deren Hauptgeschichte unter dem Titel «Fertig lustig» der Postchefin Susanne Ruoff gewidmet war.

Giuseppe Galfetti, letzter Posthalter in Killwangen

Giuseppe Galfetti, letzter Posthalter in Killwangen

An der Türe zum Postbüro waren Zeitungsartikel, eine Karikatur und ein Flugblatt aufgehängt. Auf Letzterem stellten über 20 Unterzeichner fest: «Die Schliessung der Post Killwangen ist sachwidrig und nicht zu verantworten.» Genützt hat dieser ebenso wenig wie die von Giuseppe und Yvonne Galfetti lancierte Petition zugunsten der Dorfpost. Rund 1300 Unterschriften waren zusammengekommen. Die Post hat in Aussicht gestellt, später in Killwangen eine Agentur zu eröffnen.

Zum Abschied ein Goldvreneli

«Das wird mein Erinnerungsstück an die Post Killwangen», sagt Karl Widmer und zeigt einen Brief, den er extra für diesen Anlass kreiert hat. Als Marke prangt ein Goldvreneli darauf. Als einer der letzten Kunden gibt er den eingeschriebenen, an sich adressierten Brief noch in Killwangen auf. Am Montag wird er ihn in Spreitenbach erhalten.