Mit verschiedenen Tasteninstrumenten und unterschiedlichen romantischen Gitarren entführten am Freitagabend im Chorgestühl der Klosterkirche Wettingen die beiden Musiker Stefan Müller und Martin Pirktl ihr Publikum auf eine Reise in die faszinierende Welt der leisen Töne.

Für intime Konzertanlässe ist das Ambiente im Chorgestühl geradezu ideal. «Bach – ganz leise» lautete das Motto des Abends, in dem verschiedene Werke von Johann Sebastian und Wilhelm Friedemann Bach in Bearbeitungen oder Ergänzungen von romantischen Komponisten wie Max Reger oder Ignaz Moscheles zur Aufführung kamen. Ganz im Gegensatz zur heutigen sensationslustigen Gesellschaft, in der auch das klassische Konzert zum Event werden muss, orientierten sich die Klänge dieser Epochen viel stärker an der Tiefe der Seele, an Melancholie und Elegie.

Das an diesem Konzert Gehörte wurde auch nicht komponiert, um im Rahmen eines grossen Konzerts präsentiert zu werden, sondern um es selber zu spielen, allenfalls mit ein paar Freunden und Gästen um sich herum. Die beiden Musiker harmonierten bei der Interpretation dieser «Hausmusik» miteinander genauso wie die jeweiligen Instrumente zu den gespielten Stücken. Mit ihrem Temperament, der Eleganz und der virtuosen Brillanz, aber auch der meditativen Versenkung in den langsamen Teilen, begeisterten die beiden Interpreten das überaus zahlreich erschienene Publikum. Gerne hätte dieses den sphärischen Klängen noch eine Weile länger zugehört. Dazu gibt es diese Woche noch zweimal Gelegenheit: am Mittwoch, 26. August um 20 Uhr und am Samstag, 29 August um 18 Uhr.