Eine antreibende, intensitäts- und funkensprühende Rhythmusgruppe hier und ein statische Melodiebögen ziehender Saxofonist dort. Dieses Muster galt im Grunde genommen für alle Kompositionen des im Stadtbistro Isebähnli vorgetragenen Konzerts. Honing und seine Mitmusiker sind, in anderer Besetzung und bei verschiedenen Veranstaltern, schon einmal in Baden aufgetreten. Im «Isebähnli» versammelt waren dieses Mal aber: Tenor-, Sopransaxofonist Yuri Honing, Pianist Wolfert Brederode, Bassist Ruben Samama und Joost Lijbaart am Schlagzeug.

Knochenharte Klänge

Was man, je nach Vorliebe, stilistisch von einem Quartett mit genannter instrumentaler Besetzung erwartet, war hier weitgehend ungültig. Das Honing-Quartett bot ein Konzert ausserhalb der bekannten Konventionen – mit einem durchaus eigenständigen Konzept und ohne Verhaken in einer Tradition.

Yuri Honing, fast ausschliesslich das Tenorinstrument spielend, war Hauptsolist. Über dem Schnellzug der Rhythmiker blies er lang gezogene, bewegungsarme Motive mit knochenhartem Klang und einer Durchdringlichkeit an der Schmerzgrenze.

Am anderen Ende der Skala bewegten sich Bassist Ruben Samama und Schlagzeuger Joost Lijbaart. Letzterer produzierte keine swingenden Rhythmen, sondern inszenierte ein ständiges, mächtiges und hartes Rollen in einer Schonungslosigkeit, als ob er seinem Landsmann Han Bennink, dem brachialsten aller Drummer, über die Schulter geschaut hätte.

Hitze, Humor und Kühle

Dabei wurde er von Bassist Ruben Samama in Schwung gehalten, der mit rasenden Vamps und repetitiven Kurzfiguren, das Gebräu am Kochen hielt. Daneben pflegte Samama elektronische Spielereien, denen er einen Schuss Humor beifügte.

Mittendrin sass Pianist Wolfert Brederode. Ihm oblag es, die Räume, die zwischen den überfliegenden Saxofonlinien und dem bodenbehafteten Rhythmuswerk lagen, mit Begleitfiguren und Akkorden zu füllen. Gelegentlich brachte er mit einem Solo etwas Kühle ein.