Was ist der wahre Schatz von Baden? Gold? Silber? Nein, es sind die heissen Quellen, die seit Jahrtausenden unter der Erde schlummern. Einen Einblick in die reiche Badener Bädergeschichte gibt neu das Historische Museum in Zusammenarbeit mit Info Baden in einer monatlich stattfindenden Spezialführung.

Los geht die Tour im «Melonenschnitz» des Historischen Museums, wo die beiden Stadtführer Ueli Burkhard und Pia Kriese Relikte aus 2000 Jahren Bädergeschichte vorstellen. Zimmerschlüssel, Bierflaschen, Portieruniformen und viele weitere Stücke finden sich in der reich bestückten Sammlung, die in der Dauerausstellung des Museums zu sehen ist. Auch der eingangs erwähnte «Schatz von Baden» ist dort: in einem Hologramm des Grossen Heissen Steins, eine der bedeutendsten Warmwasserquellen auf dem Kurplatz.

Ein Museumsbesuch auf dem Wasser

So sieht Baden von unten aus.

   

Gleich danach werden Erinnerungen an die letztjährige Badenfahrt wach, als auf der Limmat die beliebten Flussfahrten stattfanden. Nach einem kurzen Fussmarsch entlang der Flusspromenade steigen wir gegenüber der Sportanlage Aue in ein Pontonierboot. Mit reichlich Fahrtwind im Gesicht sieht man Altstadt, Hochbrücke und Limmatufer so, wie man es nicht allzu oft sieht: von unten. «Das ist die wahre Badenfahrt», erklärt Ueli Burkhard. Denn: «Als es noch keine Spanischbrötlibahn gab, fuhren die Leute von Zürich im Boot zur Kur.»

Vom Kur- zum Industrieort

Bis zum Bäderquartier im Limmatknie geht die Fahrt allerdings nicht. «Zu gefährlich», sagt Pontonier Roland Flückiger. Stattdessen legt das Boot am Platz beim Tränenbrünneli an, wo Pia Kriese, begleitet vom Rauschen der Limmat, über den Wandel der Bäderkur und die Badener Bäderstadt erzählt. «Die Römer dachten damals, die Quellen seien von Göttern erschaffen worden», erklärt Kriese. Im Mittelalter hätten die Kuren dann teilweise bis zu acht Wochen gedauert. Es seien unhygienische Zeiten mit vielen Krankheiten gewesen.

Erst ab dem 17. Jahrhundert habe ein Umdenken stattgefunden. «Die Leute blieben nicht mehr so lange im Thermalwasser und beschäftigten sich mit anderen Dingen.» Mit der Kur wandelte sich die Stadt: Ein Hotel nach dem anderen wurde gebaut und der Kurort Baden erlebte im 19. Jahrhundert seine Blütezeit. Danach verlor er an Bedeutung und machte der fortschreitenden Industrialisierung in der Stadt Platz.

Zum Schluss der Führung begleiten uns die Stadtführer zum Bäderquartier, wo mit dem Botta-Bad schon bald die Renaissance der goldenen Badener Bäderzeiten eingeläutet werden soll.

Die Touren finden bis September monatlich statt. Eine vorgängige Anmeldung bei Info Baden ist erforderlich.