Draussen präsentierte sich der Januar nochmals von seiner kalten, winterlichen Seite. Ganz anders in der Kirche. Dort erwärmten afrikanisch angehauchte Klänge die Herzen des Premierenpublikums. Der Siggenthaler Jugendchor erzählte mit dem Musical «Avogadro» eine Geschichte über das Anderssein: Der Löwe Avogadro, ganz im grünen Kostüm, ernährt sich ausschliesslich vegetarisch und hat erst noch einen Käfer als Freund. Die anderen Tiere verspotten Avogadro deshalb und treiben mit ihrer Verachtung den Käfer schliesslich in den Tod. Avogadro bleibt trotz dieses schmerzlichen Verlustes seiner Einstellung treu und findet einen neuen Freund, der von den anderen schliesslich akzeptiert wird.

Die Geschichte des vegetarischen Löwen haben zwei Maturandinnen aus der Region als Abschlussarbeit geschrieben. Monika Bohren hat das Bilderbuch zu einem Musical vertont. Die rund 150 Premierenbesucher erlebten am Freitagabend somit eine Uraufführung eines Musicals mit ausschliesslich Aargauer Handschrift.

Der Siggenthaler Jugendchor in Kirchdorf

Der Siggenthaler Jugendchor in Kirchdorf

«Mit den Proben haben wir im vergangenen Sommer begonnen», sagt Margret Sohn, die musikalische Leiterin. Ein solches Grossprojekt gibt es deshalb nur alle zwei Jahre. Daneben treten die rund 50 Kinder und Jugendlichen pro Jahr zehn Mal im Gottesdienst auf. Im Unterschied zu diesen Konzerten hat der Jugendchor aber alle Stücke auswendig gesungen.

Bei Margret Sohn war nach der Premiere eine Erleichterung zu spüren: «Keine grösseren Pannen, auch wenn wir krankheitsbedingt ein paar Ausfälle im Chor hatten.» Sohn zeigte sich zudem höchst erfreut über die professionelle Disziplin der Chormitglieder. Nebst der gesanglichen Leistung erforderte die Choreografie höchste Konzentration. So tanzten die Darsteller, die Jüngsten gerade mal zehnjährig, nicht nur auf der Bühne, sondern auch mitten durchs Publikum. An musikalischen Talenten scheint es scheinbar in Obersiggenthal nicht zu mangeln: «Wir haben zwar etwas weniger Kinder als in früheren Jahren, trotzdem können wir uns nicht über Nachwuchsprobleme beklagen», so Margret Sohn.