Baden
Ein Musical über Randständige zeigt die ungeschminkte Wahrheit

Das Sozialwerk Hope machte mit einem Musical auf Randständige aufmerksam.

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Das Musical «Menschen am Bahnhofplatz» des christlichen Sozialwerks Hope sensibilisierte die Zuschauer für die Situation von Menschen am Rande der Gesellschaft. Wie «Hope» nun mitteilt, waren die Aufführungen am vergangenen Wochenende bis auf den letzten Platz ausgebucht.

Die Geschichte von Joe gab einen Einblick in die Probleme, vor denen diese Menschen stehen. Durch den Pantomimen Tommi Zeuggin erhielt Joe ein Gesicht, das die Herzen der Besucher im Sturm eroberte. Die Solisten Tschudi, Alvin und Dirk mit ihren Songs aus dem Leben liessen die Besucher nachdenklich werden. Manche wischten sich verstohlen Tränen aus den Augen, teilt «Hope» weiter mit. Man spürte deutlich: Das hier ist keine Show, es ist ihr Leben – für viele unbekannt und doch sind sie mitten unter uns. Die Geschichte war echt und berührend. Das «Spoken Word» von Sent machte Gottes Liebe zu allen Menschen deutlich. In den Videointerviews erzählten Menschen, dass sie seit zwei Jahren in einem Keller im schönen Baden wohnen oder dass sich obdachlose Frauen oft prostituieren müssen, um einen Schlafplatz zu bekommen. Der Chor sang Texte, die für Hühnerhaut sorgten: «S’Läbe uf de Strass esch härt und brutal, s’Rächt vom Stärkere gilt.» Regisseurin und Chorleiterin Andrea Cattel verstand es, die Laiensänger von «Hope» zu führen und aus dem «bunten Haufen» von Mitwirkenden ein Ganzes zu machen.

Organisatorisch leisteten auch das Team und die Freiwilligen von «Hope» starke Arbeit. Am Donnerstag gab es ein Nachtessen für 120 Personen, am Freitag wurde ein Apéro von Gassenarbeitern und Gassenleuten angeboten und am Samstag konnte sich das Publikum an einem feinen Brunch verköstigen. Der Einsatz hat sich gelohnt. «Hope»-Geschäftsführerin Daniela Fleischmann ist sicher: «Veränderungen kommen aus berührten Herzen und das haben wir erreicht.»