Für einmal gaben an der Wettinger Einwohnerratssitzung – der letzten der Amtsperiode 2013/17 – nicht die ordentlichen Geschäfte zu reden. Vielmehr standen am Donnerstagabend die zahlreichen Verabschiedungen im Mittelpunkt. So wurden Vizeammann Antoinette Eckert (FDP) und Gemeinderat Daniel Huser (SVP) verabschiedet, zudem zehn Einwohnerräte.


«Du hörtest das Gras wachsen, hattest ein offenes Ohr fürs Volk und für die Vereine», sagte Gemeindeammann Roland Kuster (CVP) und richtete seine Worte an Antoinette Eckert. In den 18 Jahren im Gemeinderat, davon 4 Jahre als Vizeammann, habe sie einen grossen Einsatz für die Wettingerinnen und Wettinger geleistet. «Du bekamst E-Mails, Briefe und Telefonate, viel mehr als wir alle», sagte Kuster. «Du warst die Volksstimme im Gemeinderat und mir eine grosse Beraterin.» Dank Eckerts Hartnäckigkeit trage Wettingen nun das Unicef-Label «kinderfreundliche Gemeinde».

Auch sei es ihr Verdienst, dass der Wettinger Bilderschatz nicht verkauft wurde. «Ich danke Dir für den politischen Groove, den Du in die Exekutive gebracht hast und freue mich, diesen mit dem neuen Gemeinderat weiterzuführen», sagte Kuster. FDP-Fraktionspräsident Christian Pauli fügte an, dass Eckert zwar als Gemeinderätin zurücktritt. Doch man freue sich, dass sie als Vorstandsmitglied erhalten bleibe. «Zudem wird mit Deiner Tochter Angela der Name Eckert an den Einwohnerratssitzungen weiterhin vertreten sein», so Pauli. Eckert ihrerseits bedankte sich und sagte: «Das Amt war für mich nie eine Bürde. Es hat mir immer Spass bereitet.» Sie wird sich nun auf ihre politische Arbeit als Grossrätin konzentrieren.


«Für Familie geht Ära zu Ende»


Lobende Worte gebührten auch Gemeinderat Daniel Huser. Der Ressortvorsteher Hochbau wurde nach 16 Jahren in den «politischen Ruhestand» entlassen. «Um Dani zu charakterisieren, muss man einige Zahlen hervornehmen», sagte Roland Kuster und erwähnte unter anderem 125 Millionen. Die Zahl würde der Bauprojektsumme entsprechen, welche die Gemeinde unter Husers Leitung in eigene Vorhaben, vor allem in Bildungsinstitutionen, investiert habe. «Es gibt kaum einen Kindergarten, kaum eine Schule in Wettingen, die Dani nicht irgendwie weiterentwickelt hat.» Auch seien Huser in all den Jahren die Finanzen stets ein Anliegen gewesen. «Du hast uns immer wieder auf den Boden geholt und gemahnt», sagte Kuster.

Husers Tochter Michaela, seit vier Jahren Einwohnerrätin, fügte an: «Es macht mich wehmütig, zu wissen, dass wir nicht mehr gemeinsam an den Sitzungen teilnehmen.» Für ihre Familie gehe nun eine Ära zu Ende, es sei eine wunderbare Zeit gewesen, sagte sie. Huser bedankte sich wiederum für die Zusammenarbeit und das Vertrauen: «Miteinander haben wir Wettingen auf Kurs gebracht.» Auf Daniel Huser und Antoinette Eckert folgen Markus Haas (FDP) und Sandro Sozzi (CVP).


Ein letztes Mal an einer Sitzung dabei war auch Paul Koller (CVP). Er hatte den Einwohnerrat in den letzten zwei Jahren präsidiert. «Das Amt war Dir eine Ehre», sagte Jürg Rüfenacht im Namen der CVP. «Du hast Dich immer seriös vorbereitet und warst bestrebt, dass die Sitzungen rund liefen.» Koller richtete seine Worte ein letztes Mal dem Rat und sagte, dass es nun Zeit sei, die Bühne zu verlassen. «Am 25. Januar 2018 findet die nächste Einwohnerratssitzung statt – ohne mich.»


Bevor es zu den Verabschiedungen kam, genehmigte der Einwohnerrat einstimmig die Kreditabrechnung von 3,3 Millionen Franken für die Planung der Sanierung des Sport- und Erholungszentrums Tägerhard. Des Weiteren wurde ein Postulat der Fraktionen CVP und FDP überwiesen, das die Rolle der Fraktionen stärken sowie der Ratsbetrieb effizienter machen und an Qualität gewinnen soll.

Verabschiedet wurden folgende Einwohnerräte: Hans Brunner (SVP), Mia Gujer (SP), Markus Haas (FDP, neu im Gemeinderat), Mario Häusermann (SVP), Paul Koller (CVP, Einwohnerratspräsident), Jürg Meier Obertüfer (WettiGrüen), Michael Merkli (Freie Wähler Wettingen), Roger Scherer (SVP), Sandro Sozzi (CVP, neu im Gemeinderat) und Martin Spörri (BDP).