Man kann es drehen und wenden, wie man will. Mit dem jüngsten Entscheid des Kantons, auf der Badener Gstühl-Kreuzung keine fixe Radar-Überwachungsanlage zu erlauben, steht die Stadt ziemlich blöd da. Man hat den Eindruck, sie habe vorgängig beim Kanton nicht alle nötigen Abklärungen getätigt, um sicher zu sein, die Anlage dereinst realisieren zu können.

Doch damit nicht genug: Selbstbewusst wurden im Budget 2018 die prognostizierten Busseneinnahmen in Höhe von rund einer halben Million Franken einkalkuliert – nun kann sich die Stadt diese wohl ans Bein streichen. Natürlich hatte die Stadt auch Pech: Denn nachdem der Grosse Rat die Motion von Grossrat Martin Keller (SVP) deutlich gutgeheissen hatte, war absehbar, dass der Regierungsrat beim Badener «Baugesuch» nicht plötzlich von der Linie abweichen würde.

Keller wollte, dass solche Radaranlagen nur in Ausnahmefällen bewilligt werden dürfen. Vielleicht wäre die Bewilligung ohne die Motion tatsächlich nur Formsache gewesen. So oder so ist das «Nein» aus Aarau aber zu begrüssen. Zwar beteuert der Stadtrat, er wolle mit der Anlage einzig und allein die Sicherheit erhöhen.

Doch Fakt ist: Die Gstühl-Kreuzung ist nachweislich kein Unfall-Hotspot. Allen Beteuerungen des Stadtrats zum Trotz kann man sich des Eindrucks nicht ganz erwehren, dass hinter der Anlage vor allem monetäre Absichten steckten.